Kurz & klar
Poolwasser ist kein Trinkwasser und sollte im Alltag nicht getrunken werden. Im echten Notfall lässt sich Wasser aus einem reinen Chlorpool nur notdürftig aufbereiten: absetzen lassen, durch einen Outdoor-Wasserfilter geben und sprudelnd abkochen. Das tötet Keime ab, entfernt aber gelöste Pflegemittel, Stabilisator, Metalle und Salz nicht zuverlässig. Wasser aus einem Salzwasserpool ist zum Trinken ungeeignet. Sicherer ist ein Trinkwasservorrat, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag.
- Poolwasser
- kein Trinkwasser
- Vorrat laut BBK
- 2 l pro Person und Tag
- Empfohlener Zeitraum
- möglichst 10 Tage
Inhaltsverzeichnis
Kann man Poolwasser trinken?
Nein, nicht als Trinkwasser. Ein Pool ist darauf ausgelegt, dass man darin badet, nicht dass man daraus trinkt. Das gilt auch dann, wenn das Wasser glasklar aussieht und mit Leitungswasser befüllt wurde.
Dafür gibt es drei Gründe:
- Pflegemittel: Im Wasser stecken Chlor, oft Cyanursäure als Stabilisator, pH-Korrekturmittel, Algizide und Flockungsmittel. Manche Algizide enthalten Kupferverbindungen.
- Verunreinigungen durch Badegäste und Umwelt: Schweiß, Hautschuppen, Sonnencreme, Urin, Pollen, Laub, Insekten und Vogelkot gelangen täglich ins Becken. Wie Keime ins Wasser kommen, erklärt der Ratgeber Bakterien im Pool.
- Material: Poolfolie, Schläuche und Filter sind nicht für Trinkwasser zugelassen.
Kleine Mengen, die man beim Schwimmen unabsichtlich schluckt, sind bei guter Wasserpflege etwas anderes als bewusstes Trinken größerer Mengen.
Was steckt im Poolwasser und was lässt sich entfernen?
Die folgende Übersicht zeigt, warum es keine einfache Methode gibt, um aus Poolwasser sicheres Trinkwasser zu machen.
| Bestandteil | Herkunft | Abkochen hilft? | Outdoor-Filter hilft? |
|---|---|---|---|
| Bakterien, Parasiten | Badegäste, Tiere, Umwelt | ja | je nach Filter Bakterien und Parasiten |
| Viren | Badegäste | ja | nur sehr feine Filter, laut Herstellerangabe |
| Schwebstoffe, Trübung | Staub, Laub, Pollen | nein | ja, Vorfilter und Membran |
| Freies Chlor | Desinfektion | teilweise, Chlor gast aus | Aktivkohle reduziert es |
| Cyanursäure | stabilisiertes Chlor | nein | nicht zuverlässig |
| Algizide, Metalle | Pflegemittel, Leitungen | nein | nicht zuverlässig |
| Salz | Salzwasserpool | nein | nein |
Abkochen und Filtern lösen also das Keimproblem, die Chemie bleibt. Wie viel davon im Wasser ist, hängt stark davon ab, wie du deinen Pool pflegst.
Wann ist Poolwasser im Notfall überhaupt nutzbar?
Nur unter günstigen Voraussetzungen und nur als letzte Möglichkeit, wenn kein Leitungswasser, kein Vorrat und keine Versorgung durch Behörden oder Hilfsorganisationen verfügbar ist. Am ehesten eignet sich Wasser, wenn:
- der Pool ausschließlich mit Chlor gepflegt wurde, ohne kupferhaltiges Algizid und ohne Kombiprodukte,
- in den letzten Tagen keine Stoßchlorung und kein Flockungsmittel eingesetzt wurde,
- kein Salz im Wasser ist,
- das Becken abgedeckt war und das Wasser klar und geruchsarm ist,
- das Wasser mit Leitungswasser befüllt wurde, nicht mit Brunnenwasser unbekannter Qualität. Warum Brunnenwasser eigene Risiken mitbringt, erklärt der Beitrag Brunnenwasser für den Pool.
Hast du über die Saison viel Dichlor oder Trichlor verwendet, ist die Cyanursäure entsprechend angereichert. Was es damit auf sich hat, steht im Ratgeber Cyanursäure im Pool.
Wie bereitest du Poolwasser im Notfall auf?
Die folgenden Schritte verringern die Risiken, machen das Wasser aber nicht zu geprüftem Trinkwasser. Nutze es sparsam und nur so lange, bis eine sichere Versorgung wieder möglich ist.
- Wasser aus der Beckenmitte schöpfen, mit einem sauberen Gefäß und nicht vom Boden oder aus dem Skimmer.
- Absetzen lassen. Stell das Wasser einige Stunden abgedeckt hin, damit sich Schwebstoffe setzen, und gieße das klare Wasser vorsichtig ab.
- Vorfiltern durch ein sauberes Baumwolltuch oder einen Kaffeefilter, um Partikel zu entfernen, die den eigentlichen Filter verstopfen würden.
- Durch einen Outdoor-Wasserfilter geben, idealerweise mit Aktivkohlestufe. Halte dich an die Gebrauchsanweisung des Herstellers.
- Sprudelnd abkochen. Das tötet verbliebene Keime ab und lässt einen Teil des Chlors ausgasen.
- In sauberen, verschließbaren Behältern lagern und zeitnah verbrauchen.
Praxis-Tipp: Setze aufbereitetes Poolwasser zuerst dort ein, wo du es nicht direkt trinkst, etwa zum Händewaschen, Abspülen oder Zähneputzen. Echtes Trinkwasser sparst du so für das Trinken auf, besonders für Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.
Wer nach dem Trinken Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall bekommt, sollte ärztlichen Rat einholen.
Wofür eignet sich Poolwasser im Notfall gut?
Als Brauchwasser ist dein Pool im Krisenfall tatsächlich eine wertvolle Reserve. Ein mittelgroßes Becken enthält viele Kubikmeter Wasser, die du ohne Aufbereitung nutzen kannst für:
- Toilettenspülung: Eimer direkt in den Spülkasten oder in die Schüssel gießen.
- Putzen und grobe Reinigung von Böden, Werkzeug und Außenbereichen.
- Körperpflege im Notbetrieb, etwa Waschen mit einem Lappen, sofern die Haut nicht empfindlich reagiert.
Weniger geeignet ist Poolwasser zum Gießen. Chlor verliert sich zwar mit der Zeit, aber Salz und Cyanursäure bleiben. Was beim Gießen zu beachten ist, erklären die Beiträge Chlorwasser auf dem Rasen und Blumen mit Salzwasser gießen.
Damit das Wasser im Ernstfall nutzbar bleibt, solltest du das Becken abdecken und die Filteranlage laufen lassen, solange Strom verfügbar ist. Mehr zur passenden Abdeckung im Ratgeber Pool abdecken.
Wie legst du stattdessen einen Trinkwasservorrat an?
Die verlässlichste Lösung ist ein eigener Vorrat. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können, und rechnet mit 2 Litern Wasser pro Person und Tag, davon etwa 0,5 Liter zum Kochen. Auch ein Vorrat für drei Tage hilft schon deutlich. Die Empfehlungen findest du auf der Website des BBK.
| Haushalt | 3 Tage | 10 Tage |
|---|---|---|
| 1 Person | 6 l | 20 l |
| 2 Personen | 12 l | 40 l |
| 4 Personen | 24 l | 80 l |
So gehst du vor:
- Gekauftes Mineral- oder Tafelwasser in Flaschen ist am einfachsten, weil es lange haltbar ist. Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und verbrauche ältere Flaschen im Alltag.
- Leitungswasser in lebensmittelechten Kanistern ist günstiger, sollte aber regelmäßig erneuert werden.
- Haustiere einrechnen, auch sie brauchen täglich frisches Wasser.
- Kühl, dunkel und frostfrei lagern.
So wird dein Pool im Notfall zur Reserve für Toilette und Putzen, während das Trinkwasser aus einer sicheren Quelle kommt.
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