Kurz & klar
Beide Systeme desinfizieren mit Chlor, der Unterschied liegt in der Herkunft: Im Salzwasserpool stellt eine Elektrolysezelle das Chlor aus Salz her, im klassischen Chlorpool, oft „Süßwasserpool“ genannt, dosierst du es selbst. Salz lohnt sich für fest stehende Pools, die lange laufen, weil es Komfort und gleichmäßige Werte bringt. Chlor ist günstiger in der Anschaffung und die bessere Wahl für Aufstellpools, die jedes Jahr abgebaut werden, oder wenn viel empfindliches Metall verbaut ist.
- Desinfektion
- in beiden Fällen Chlor
- Freies Chlor
- 0,3–1,0 mg/l (Praxis 0,5–1,0)
- pH-Wert
- 7,0–7,4 in beiden Systemen
- Salzgehalt Salzwasserpool
- 3–5 g/l (meist 4 g/l)
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Unterschied zwischen Salzwasserpool und Chlorpool?
- 2.Salzwasser und Chlor im direkten Vergleich
- 3.Welches System ist günstiger?
- 4.Welcher Pool macht weniger Arbeit?
- 5.Was ist besser für Haut, Augen und Haare?
- 6.Welches System schont Material und Technik?
- 7.Für welchen Pool passt was?
- 8.Wie läuft ein Umstieg ab?
- 9.Warum entscheiden sich viele für Salzwasser?
- 10.Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Salzwasserpool und Chlorpool?
Der Unterschied liegt nicht im Wirkstoff, sondern in der Herkunft. In beiden Pools desinfiziert freies Chlor das Wasser. Im Chlorpool gibst du es als Tabletten, Granulat oder Flüssigchlor selbst zu. Im Salzwasserpool löst du einmal Salz im Wasser, und eine Elektrolysezelle wandelt einen kleinen Teil davon laufend in Chlor um. Nach getaner Arbeit wird das Chlor wieder zu Salz, der Kreislauf beginnt von vorn.
Häufig wird der klassische Chlorpool auch „Süßwasserpool“ genannt. Gemeint ist damit nur, dass kein Salz im Wasser gelöst ist. Wie die Elektrolyse im Detail funktioniert, erklärt der Grundlagenartikel zum Salzwasserpool.
Salzwasser und Chlor im direkten Vergleich
| Kriterium | Salzwasserpool | Chlorpool |
|---|---|---|
| Anschaffung | Salzanlage plus Salz | Dosierschwimmer, Teststreifen |
| laufende Kosten | pH-Minus, Strom, Nachsalzen, Zellrücklage | Chlorprodukte, etwas pH-Korrektur |
| Chlorzufuhr | automatisch und gleichmäßig | von Hand, mit Spitzen nach jeder Zugabe |
| typischer Wochenaufwand | pH und Chlor messen, pH-Minus dosieren | Chlor nachlegen, pH und Chlor messen |
| pH-Wert | steigt laufend an | sinkt bei Trichlor-Tabletten, steigt bei Flüssigchlor |
| Chemie im Haus | Salz, pH-Minus, Schockchlor | Chlorvorrat, pH-Mittel |
| Material | Salz greift Metall und empfindlichen Stein stärker an | weniger Korrosion durch Chlorid, aber Säure aus Tabletten |
| Stabilisator | gezielt dosiert | reichert sich bei Tabletten oft an |
| Entsorgung | Salzwasser nicht in den Garten | Wasser nach Entchlorung einfacher |
| Abbau im Herbst | Salz geht jedes Jahr verloren | kein Mehraufwand |
Welches System ist günstiger?
Kurzfristig der Chlorpool, langfristig oft der Salzwasserpool. Die Salzanlage kostet je nach Größe und Ausstattung von etwa 85 € für Aufstellpools bis weit über 1.000 € für Systeme mit automatischer Regelung. Dazu kommt das Salz für die Erstbefüllung: 1 kg pro m³ hebt den Salzgehalt um 1 g/l, ein 40-m³-Pool braucht für 4 g/l also 160 kg.
Im Betrieb sparst du dafür die Chlorprodukte. Ob sich das rechnet, hängt von deinem bisherigen Verbrauch und der Lebensdauer der Zelle ab. Eine Schritt-für-Schritt-Rechnung mit allen Posten findest du unter Salzwasserpool Kosten. Welche Anlagen es gibt, zeigt unser Salzwasseranlagen-Vergleich, für den klassischen Weg der Vergleich der Chlortabletten.
Welcher Pool macht weniger Arbeit?
Der Salzwasserpool, wenn er einmal eingestellt ist. Arbeit fällt aber in beiden Systemen an, nur an anderer Stelle.
Pflege im Salzwasserpool
- zweimal pro Woche pH-Wert und freies Chlor messen
- pH-Minus zugeben, weil der Wert durch die Elektrolyse steigt
- einmal im Monat Salzgehalt und Zelle prüfen
- Stoßchlorung mit einem Chlorprodukt nach Gewittern oder Partys
Pflege im Chlorpool
- Chlortabletten im Dosierschwimmer oder Skimmer regelmäßig nachlegen
- zweimal pro Woche pH-Wert und freies Chlor messen, nach Bedarf nachdosieren
- bei Trichlor-Tabletten Cyanursäure im Blick behalten
- Vorräte kühl, trocken und kindersicher lagern
Wie oft im Chlorpool nachdosiert werden muss, beschreibt der Ratgeber Wie oft Pool chloren.
Was ist besser für Haut, Augen und Haare?
Viele empfinden Salzwasser als angenehmer, eine Garantie ist das aber nicht. Beide Systeme arbeiten mit Chlor. Der Vorteil des Salzwasserpools liegt in der gleichmäßigen Dosierung: Es gibt weniger Spitzen nach dem Nachlegen von Tabletten, und das gebundene Chlor, das für Geruch und Reizungen verantwortlich gemacht wird, bleibt bei gut eingestellter Anlage meist niedriger.
Der Salzgehalt selbst ist gering. Mit 3–5 g/l liegt er unter dem Salzgehalt der Tränenflüssigkeit. Brennende Augen haben deshalb meist andere Ursachen, etwa einen pH-Wert außerhalb von 7,0–7,4. Wer empfindliche Haut hat, duscht nach dem Baden kurz mit Leitungswasser ab. Bei Hauterkrankungen oder anhaltenden Beschwerden gehört die Frage, welches System besser verträglich ist, in ärztliche Hände. Mehr dazu unter Ist ein Salzwasserpool gesund? und Pool riecht nach Chlor.
Welches System schont Material und Technik?
Beide haben eigene Risiken:
- Salzwasser: Chlorid greift Edelstahl, Schrauben, Wärmetauscher und poröse Steine an. Du brauchst salzwassertaugliche Komponenten, im Zweifel Titan-Wärmetauscher und V4A-Edelstahl. Alle Punkte stehen unter Salzwasserpool Nachteile.
- Chlortabletten: Trichlor senkt den pH-Wert. Bleibt das unbemerkt, wird das Wasser aggressiv und greift Fugen, Folie und Metall ebenfalls an. Außerdem steigt die Cyanursäure mit jeder Tablette. Ab 75 mg/l hilft nur ein Teilwasserwechsel, siehe Cyanursäure im Pool.
Mit sauber eingestellten Werten halten in beiden Systemen Folie und Technik viele Jahre.
Für welchen Pool passt was?
| Deine Situation | Unsere Einordnung |
|---|---|
| Quick-Up- oder Framepool, wird jedes Jahr abgebaut | Chlor, weil das Salz jedes Jahr verloren geht |
| Stahlwandpool, steht ganzjährig | beides möglich, Salz nur mit Freigabe des Herstellers |
| Einbaupool mit Folie, Beton oder GFK | Salz sehr attraktiv, wenn die Technik passt |
| Umrandung aus empfindlichem Naturstein | eher Chlor oder Stein vorher imprägnieren |
| viele ältere Metallteile im Becken | eher Chlor, oder Teile tauschen |
| oft verreist, wenig Zeit für Pflege | Salz, idealerweise mit pH-Dosierung |
| Whirlpool | eigenes Thema, siehe Salzwasser im Whirlpool |
Speziell für Aufstellpools gibt es eigene Überlegungen, etwa zu Pumpenleistung und Abbau. Die findest du unter Salzwasser im Aufstellpool.
Wie läuft ein Umstieg ab?
Von Chlor auf Salz geht es meist ohne Wasserwechsel: Werte einstellen, Salz einbringen, Zelle hinter den Filter setzen, einschalten. Vorher solltest du prüfen, ob Pumpe, Leitern und Wärmepumpe Salzwasser vertragen. Der komplette Ablauf steht unter Pool auf Salzwasser umstellen.
Zurück zu Chlor ist noch einfacher: Zelle abschalten und wieder klassisch dosieren. Das Salz stört dabei nicht. Wer es loswerden will, tauscht nach und nach Wasser, siehe Salzwasserpool auf Chlor umstellen.
Warum entscheiden sich viele für Salzwasser?
Weil es bequem ist. Die Anlage liefert jeden Tag Chlor, ohne dass jemand daran denken muss. Es gibt keine Eimer mit Tabletten im Gartenhaus, und die Werte schwanken weniger. Dafür nimmt man den Mehraufwand beim pH-Wert und die höheren Anschaffungskosten in Kauf.
Unsere Einordnung: Für fest eingebaute Pools mit passender Technik ist Salz die komfortablere Lösung. Für Becken, die nur wenige Wochen stehen, oder bei viel empfindlichem Material bleibt Chlor die einfachere und günstigere Wahl.