Kurz & klar
Für die meisten Gartenpools ab etwa 10 m³ ist eine Sandfilteranlage die bessere Wahl: Sie ist robust, günstig im Unterhalt und lässt sich mit Flockungsmittel kombinieren. Ein Kartuschenfilter filtert feiner und braucht kein Rückspülwasser, lohnt sich aber vor allem bei kleinen Aufstellpools und Planschbecken, weil die Kartuschen regelmäßig gereinigt und ersetzt werden müssen.
- Sandfilter
- ab ca. 10 m³, wenig Folgekosten
- Kartuschenfilter
- kleine Pools, feinere Filterung
- Flockungsmittel
- nur mit Sandfilter
- Filtersand wechseln
- alle 3–5 Jahre
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was macht ein Poolfilter überhaupt?
- 2.Wie funktionieren Sand- und Kartuschenfilter?
- 3.Sandfilter vs. Kartuschenfilter im direkten Vergleich
- 4.Welcher Poolfilter macht das Wasser klarer?
- 5.Wie viel Wasser verbrauchen die beiden Filtertypen?
- 6.Vor- und Nachteile auf einen Blick
- 7.Welcher Filter für welchen Pool?
- 8.Spielt das Filtersystem bei Salzwasser, Roboter oder Heizung eine Rolle?
- 9.Wie pflegst du den jeweiligen Filter?
- 10.Häufige Fragen
Was macht ein Poolfilter überhaupt?
Ein Poolfilter holt Schmutz aus dem Wasser, den du mit bloßem Auge kaum siehst: Staub, Pollen, Hautschuppen, Algensporen und Reste von Sonnencreme. Die Pumpe saugt das Wasser über den Skimmer an, drückt es durch das Filtermedium und schickt es gereinigt zurück ins Becken. Ohne Filter würde selbst gut gechlortes Wasser innerhalb weniger Tage trüb.
Wichtig: Der Filter ersetzt keine Desinfektion. Chlor oder ein anderes Desinfektionsmittel tötet Keime ab, der Filter entfernt Partikel. Beides zusammen ergibt klares, hygienisches Wasser. Die Grundlagen dazu fasst der Ratgeber Pool-Wasserpflege zusammen.
Wie funktionieren Sand- und Kartuschenfilter?
Sandfilter
In einem Kessel liegt eine Schicht Quarzsand, meist in der Körnung 0,4–0,8 mm. Das Wasser fließt von oben nach unten durch den Sand, die Partikel bleiben in den Zwischenräumen hängen. Ist der Sand zugesetzt, steigt der Druck am Manometer. Dann wird rückgespült: Das Wasser fließt umgekehrt durch den Kessel und spült den Schmutz über einen Abfluss hinaus.
Kartuschenfilter
Hier sitzt eine gefaltete Filterpatrone aus Polyester-Vlies im Gehäuse. Durch die Falten hat sie eine große Oberfläche, an der sich der Schmutz absetzt. Statt rückzuspülen nimmst du die Kartusche heraus und spritzt sie mit dem Gartenschlauch ab. Irgendwann sind die Poren dauerhaft verstopft, dann kommt eine neue Kartusche hinein.
Sandfilter vs. Kartuschenfilter im direkten Vergleich
| Kriterium | Sandfilter | Kartuschenfilter |
|---|---|---|
| Filterfeinheit (übliche Angaben) | ca. 20–40 µm, mit Filterglas feiner | ca. 10–20 µm |
| Reinigung | Rückspülen per Ventil, etwa wöchentlich | Kartusche herausnehmen und abspritzen |
| Wasserverbrauch | Rückspülwasser bei jeder Reinigung | nur etwas Wasser zum Abspritzen |
| Folgekosten | Sand alle 3–5 Jahre | Kartuschen regelmäßig neu |
| Größe und Gewicht | großer, schwerer Kessel | kompakt und leicht |
| Flockungsmittel | möglich | nicht möglich |
| Typische Poolgröße | ab ca. 10 m³ bis Einbaupool | Planschbecken bis kleiner Aufstellpool |
| Anschaffung | höher | günstiger |
Welcher Poolfilter macht das Wasser klarer?
Rein technisch hält ein Kartuschenfilter feinere Partikel zurück als ein Sandfilter mit Quarzsand. Im Alltag ist der Unterschied aber kleiner, als die Zahlen vermuten lassen. Klares Wasser hängt vor allem an drei Dingen: Die Pumpe läuft lange genug, die Wasserwerte stimmen, und der Filter wird rechtzeitig gereinigt.
Ein Sandfilter lässt sich außerdem aufrüsten:
- Filterglas filtert laut Herstellern feiner als Quarzsand und neigt weniger zum Verklumpen. Mehr dazu im Vergleich Filterglas für den Pool.
- Flockungsmittel bindet feinste Schwebstoffe zu größeren Flocken, die der Sand dann zurückhält. Bei Trübungen ist das oft der schnellste Weg zu klarem Wasser.
- Filterbälle sind leicht und waschbar, eignen sich aber vor allem für kleinere Anlagen. Einen Überblick gibt der Vergleich Filterbälle für den Pool.
Ein verschmutzter Kartuschenfilter filtert dagegen schlechter als ein sauberer Sandfilter. Wer die Kartusche nicht regelmäßig ausspült, verschenkt den Vorteil der feineren Filterung.
Wie viel Wasser verbrauchen die beiden Filtertypen?
Beim Rückspülen fließt Poolwasser in den Abfluss. Die Menge hängt von der Pumpenleistung und der Dauer ab. Eine Anlage mit rund 6 m³/h, die drei Minuten rückspült und eine Minute nachspült, schickt etwa 400 Liter hinaus. Bei wöchentlicher Rückspülung über eine Saison von vier Monaten kommen so mehrere tausend Liter zusammen, die du nachfüllen musst.
Ein Kartuschenfilter braucht nur das Wasser zum Abspritzen der Patrone. Dafür fallen regelmäßig neue Kartuschen an, die Geld kosten und als Müll anfallen. Was ökologisch und finanziell günstiger ist, hängt also davon ab, wie groß dein Pool ist und wie lange du ihn nutzt.
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Sandfilter
- Plus: robust und langlebig, geringe Folgekosten, für große Becken geeignet, mit Flockungsmittel kombinierbar, einfache Reinigung per Ventil
- Minus: höherer Anschaffungspreis, groß und schwer, Rückspülwasser nötig, Sandwechsel alle paar Jahre
Kartuschenfilter
- Plus: kompakt, günstig in der Anschaffung, feine Filterung, kein Rückspülwasser, schnell aufgebaut
- Minus: laufende Kosten für Kartuschen, Reinigung von Hand, kein Flockungsmittel, für große Becken ungeeignet
Welcher Filter für welchen Pool?
| Dein Pool | Empfehlung |
|---|---|
| Planschbecken oder Quick-Up bis ca. 5 m³ | Kartuschenfilter |
| Quick-Up- oder Frame-Pool 5–10 m³ | Kartusche oder kleine Sandfilteranlage |
| Frame- oder Stahlwandpool 10–30 m³ | Sandfilteranlage |
| Einbaupool | Sandfilteranlage mit fester Verrohrung |
| Pool, der nur eine Saison steht | Kartuschenfilter |
| Pool mit viel Laub und Pollen | Sandfilteranlage, ergänzt durch einen guten Skimmer |
Wie groß die Sandfilteranlage für dein Becken sein muss, erklärt der Ratgeber Welchen Sandfilter für welchen Pool?. Konkrete Modelle findest du im Sandfilteranlagen-Vergleich und im Kartuschenfilter-Vergleich.
Spielt das Filtersystem bei Salzwasser, Roboter oder Heizung eine Rolle?
Bei Salzwasser funktionieren beide Filtertypen. Wichtig ist nur, dass Pumpe, Ventil und Gehäuse für den Salzgehalt freigegeben sind. Wie die Kombination im Detail aussieht, erklärt der Ratgeber Salzwasserpool mit Sandfilteranlage.
Ein Poolroboter hat einen eigenen Filter und entlastet die Anlage, ersetzt sie aber nicht. Gerade bei kleinen Kartuschenfiltern merkst du den Unterschied: Was der Roboter vom Boden holt, muss die Kartusche nicht mehr auffangen. Passende Geräte zeigt der Poolroboter-Vergleich.
Für eine Wärmepumpe oder einen Solarabsorber zählt vor allem der Durchfluss. Kleine Kartuschenpumpen erreichen den Mindestdurchfluss vieler Wärmepumpen nicht, eine passend dimensionierte Sandfilteranlage in der Regel schon. Wer heizen will, plant deshalb besser mit Sandfilter.
Wie pflegst du den jeweiligen Filter?
Beim Sandfilter spülst du zurück, sobald der Druck 0,2–0,3 bar über dem Normaldruck liegt, in der Saison meist etwa einmal pro Woche. Alle 3–5 Jahre wird der Sand getauscht, die Anleitung steht unter Sand in der Sandfilteranlage wechseln.
Den Kartuschenfilter nimmst du je nach Verschmutzung alle paar Tage heraus und spritzt die Falten von oben nach unten ab. Einmal im Monat hilft ein Bad in Filterreiniger gegen Fett und Kalk. Weitere Tipps gibt der Ratgeber Poolfilter reinigen.
Praxis-Tipp: Halte bei Kartuschenfiltern immer eine zweite Kartusche bereit. Während die eine nach dem Abspritzen trocknet, arbeitet die andere, und du musst die Pumpe nicht stundenlang abschalten.
Passende Produkte
Bestway Sandfilteranlage 6.056 l/h
Frame- und StahlwandpoolsPools bis ca. 39 m³ laut Hersteller
Eine typische Sandfilteranlage für den Aufstellpool mit allem, was im Alltag nützt: Timer, Manometer und 6-Wege-Ventil. Für Pools zwischen etwa 10 und 25 m³ eine passende Größe, bei größeren Becken muss sie entsprechend länger laufen.
Intex Krystal Clear Kartuschenfilteranlage 28636GS
Intex-Pools bis ca. 6 m DurchmesserWenig Platz neben dem Pool
Für Intex-Frame- und Easy-Set-Pools ist die Kartuschenanlage die naheliegende Lösung, weil Anschlüsse und Kartuschen zum System passen. Wer den Pool mehrere Saisons nutzt, sollte die laufenden Kartuschenkosten gegen eine Sandfilteranlage rechnen.
Bestway Flowclear Filterpumpe 2.006 l/h
Quick-Up-Pools bis ca. 14 m³Kurze Saison
Eine einfache Kartuschenpumpe für kleine Quick-Up-Pools, die ohne großen Aufbau auskommt. Bei Pools am oberen Ende der Herstellerangabe muss sie sehr lange laufen, dann ist eine kleine Sandfilteranlage die bessere Wahl.