Kurz & klar
Algen im Pool entfernst du mit einer Kombination aus Bürsten, Stoßchlorung und Filtern: pH-Wert auf 7,0–7,2 bringen, Wände und Boden kräftig bürsten, abends auf etwa 10 mg/l freies Chlor schocken und die Pumpe 24 Stunden laufen lassen. Danach die abgestorbenen Algen flocken oder absaugen, den Filter reinigen und die Werte neu einstellen. Bei Grünalgen dauert das meist ein bis drei Tage, gelbe und schwarze Algen brauchen deutlich länger.
- Stoßchlorung
- ca. 10 mg/l freies Chlor
- pH vor dem Schocken
- 7,0–7,2
- Pumpe während der Behandlung
- 24 h durchgehend
- Baden wieder ab
- freies Chlor unter 1,0 mg/l
Inhaltsverzeichnis
- 1.Wie entstehen Algen im Pool?
- 2.Wie kann man Algen im Pool entfernen?
- 3.Schritt-für-Schritt-Anleitung: In 13 Schritten Algen entfernen
- 4.Wie lange dauert welcher Schritt?
- 5.Was ist bei Aufstellpools anders?
- 6.Warum sind Algen schlecht für deinen Pool?
- 7.Unter welchen Bedingungen wachsen Algen besonders gut?
- 8.Die besten Möglichkeiten, Algen im Pool zu vermeiden
- 9.Was tun, wenn gar nichts mehr gegen Algen hilft?
- 10.Häufige Fragen
Wie entstehen Algen im Pool?
Algensporen gelangen ständig ins Becken, mit Wind, Regen, Pollen, Laub und an Badesachen. Ob daraus ein grüner Belag wird, entscheidet die Wasserpflege. Sobald das freie Chlor zu weit absinkt, wachsen Algen bei Sonne und warmem Wasser innerhalb weniger Tage. Ein zu hoher pH-Wert, zu kurze Filterlaufzeiten und Nährstoffe wie Phosphat aus Laub und Dünger beschleunigen das.
Welche Algenarten gibt es im Schwimmbecken?
| Art | Aussehen | Besonderheit | Ratgeber |
|---|---|---|---|
| Grünalgen | grünes, trübes Wasser oder grüner, schmieriger Belag | häufigste Art, gut behandelbar | Poolwasser grün |
| Gelbe Algen (Senfalgen) | gelblich-brauner, staubiger Belag in schattigen Ecken | chlorresistenter, kommen leicht zurück | Gelbe Algen entfernen |
| Schwarzalgen | dunkelblaue bis schwarze Punkte, fest verwurzelt | eigentlich Cyanobakterien, sehr hartnäckig | Schwarzalgen entfernen |
| „Rotalgen“ | rosa Schleim an Ecken, Leitern, Lampen | meist Bakterien, keine Algen | Rotalgen im Pool |
Braune oder rostrote Verfärbungen, die sich nicht wegbürsten lassen, sind dagegen oft Metallablagerungen aus dem Füllwasser und keine Algen.
Wie kann man Algen im Pool entfernen?
Das Prinzip ist immer gleich: Algen lösen, abtöten, herausfiltern, Werte stabilisieren. Chlor allein reicht dafür nicht, weil es durch den Belag kaum an die Zellen kommt. Bürste und Filter machen den Unterschied. Bei Grünalgen genügt meist ein Durchgang, gelbe und schwarze Algen brauchen Wiederholungen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: In 13 Schritten Algen entfernen
1. Wasser testen und den pH-Wert einstellen
Miss pH-Wert, freies Chlor und wenn möglich Alkalinität und Cyanursäure. Stelle den pH-Wert auf 7,0–7,2, denn bei höheren Werten wirkt Chlor deutlich schwächer. Wie das geht, steht unter pH-Wert im Pool senken.
2. Filterpumpe einschalten
Ab jetzt läuft die Pumpe durchgehend, bis das Wasser wieder klar ist. Nur so werden das Chlor verteilt und abgestorbene Algen herausgefiltert.
3. Grobschmutz entfernen
Laub, Insekten und Zweige mit dem Kescher abfischen, Skimmerkorb und Pumpenvorfilter leeren. Jedes Blatt verbraucht Chlor, das du gegen die Algen brauchst.
4. Pool bürsten
Wände, Boden, Treppen, Ecken und die Wasserlinie kräftig bürsten. Das bricht den Algenfilm auf und wirbelt die Zellen ins Wasser, wo das Chlor sie erreicht. Für Folie, GFK und Fliesen eignen sich Nylonborsten, Edelstahlborsten nur für Beton und Putz.
5. Pool absaugen
Liegt viel Belag am Boden, saugst du ihn vor dem Schocken ab. Bei Sandfiltern mit 6-Wege-Ventil am besten auf „Entleeren“ bzw. „Abwasser“, damit die Algen nicht durch den Filter wandern.
6. Filter reinigen
Sandfilter rückspülen, Kartuschen ausspülen oder bei starkem Befall gleich ersetzen. Ein verschmutzter Filter ist ein Algenreservoir. Anleitung: Poolfilter reinigen.
7. Pool schocken
Abends, wenn keine Sonne mehr das Chlor abbaut, hebst du das freie Chlor auf etwa 10 mg/l. Am besten mit unstabilisiertem, schnell löslichem Chlor. Bei einem Produkt mit 75 % Aktivchlor sind das rechnerisch gut 13 g pro m³, maßgeblich ist das Etikett. Das Granulat vorher in einem Eimer mit Poolwasser lösen und vor den Einlaufdüsen verteilen. Details: Stoßchlorung richtig durchführen.
8. Pool erneut bürsten
Am nächsten Morgen noch einmal alle Flächen bürsten. Färbt sich das Wasser von grün nach grau oder milchig, sterben die Algen ab. Ist es noch grün, prüfe das freie Chlor und lege nach.
9. Pool flocken
Abgestorbene Algen schweben als feine Trübung im Wasser. Ein Flockungsmittel bindet sie zu größeren Flocken. Bei Sandfiltern kommt eine Flockkartusche in den Skimmer bzw. Vorfilter. Bei Kartuschenfiltern nutzt du flüssiges Flockmittel im Absetzverfahren: dosieren, Pumpe aus, über Nacht absinken lassen. Mehr dazu unter Flockungsmittel richtig anwenden.
10. Erneut absaugen
Den abgesetzten Belag vorsichtig absaugen, ohne ihn aufzuwirbeln, idealerweise wieder direkt ins Abwasser.
11. Filter erneut reinigen
Nach dem Absaugen sitzt viel Algenmasse im Filter. Noch einmal rückspülen bzw. die Kartusche gründlich reinigen.
12. Algizid hinzufügen
Erst wenn das freie Chlor wieder deutlich gesunken ist, gibst du ein Algizid als Vorbeugung dazu. Bei hohen Chlorwerten verliert es an Wirkung. Warum die Reihenfolge wichtig ist, erklärt Algizid und Chlor zusammen.
13. Wasserwerte erneut testen
Zum Schluss pH-Wert, freies Chlor und Alkalinität kontrollieren und einstellen. Gebadet wird erst wieder, wenn das freie Chlor unter 1,0 mg/l liegt, meist nach 24–48 Stunden.
Wie lange dauert welcher Schritt?
| Phase | Was passiert | Typische Dauer |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Testen, pH einstellen, Grobschmutz, Bürsten, Filter reinigen | 1–2 Stunden |
| Stoßchlorung | Chlor wirkt, Pumpe läuft durch | 12–24 Stunden |
| Klären | Flocken, Absetzen, Absaugen | 1–2 Tage |
| Nachsorge | Filter reinigen, Werte einstellen, Algizid | 1 Tag |
| Bis zum Baden | freies Chlor sinkt unter 1,0 mg/l | meist 24–48 Stunden nach dem Schock |
Bei gelben Algen und Schwarzalgen wiederholst du Bürsten und Stoßchlorung über mehrere Tage, bis kein Belag mehr nachkommt.
Was ist bei Aufstellpools anders?
Quick-Up-, Frame- und Stahlwandpools haben meist einen kleinen Kartuschenfilter oder eine schwache Sandfilteranlage. Das hat Folgen für die Algenbekämpfung:
- Kartuschen sind schnell zu. Halte Ersatzkartuschen bereit und spüle sie während der Behandlung täglich aus.
- Flockkartuschen funktionieren nur mit Sandfiltern. Bei Kartuschenfiltern flockst du im Becken und saugst den Bodensatz ab.
- Bürsten mit Gefühl. Weiche Borsten schonen die dünne Folie, Edelstahl hat hier nichts zu suchen.
- Chlor vorlösen. Ungelöstes Granulat auf dem Boden kann die Folie ausbleichen.
- Bei kleinen Becken ist ein Wasserwechsel eine echte Option. Ein Planschbecken oder sehr kleiner Pool ist manchmal schneller neu befüllt als saniert.
Welche Sauger sich für Aufstellpools eignen, zeigt der Ratgeber Poolsauger für Aufstellpools.
Warum sind Algen schlecht für deinen Pool?
1. Flecken und Schäden an der Oberfläche
Algen setzen sich in Poren von Putz, Fugen und älteren Folien fest. Schwarzalgen wachsen regelrecht in den Untergrund hinein und hinterlassen dunkle Flecken, die sich kaum noch entfernen lassen.
2. Verstopfte Filter
Algenmasse setzt Sand und Kartuschen schnell zu. Der Filterdruck steigt, der Durchfluss sinkt, und die Umwälzung wird schlechter, was neuen Algen hilft.
3. Keime
Algen verbrauchen Chlor und bieten Bakterien Schutz und Nahrung. Ein algenbelasteter Pool ist deshalb meist auch hygienisch nicht in Ordnung. Wie riskant das ist, beschreibt der Ratgeber Wie gefährlich sind Algen im Pool?.
4. Rutschige Stufen
Ein Algenfilm macht Treppen und Böden glitschig. Gerade für Kinder und ältere Menschen ist das eine echte Unfallgefahr. Mehr dazu unter Pool glitschig.
Unter welchen Bedingungen wachsen Algen besonders gut?
- Sonnenlicht: Algen betreiben Photosynthese. Unbeschattete Pools sind anfälliger.
- Wärme: Ab etwa 25 °C Wassertemperatur wachsen Algen deutlich schneller.
- Nährstoffe: Laub, Pollen, Rasenschnitt, Dünger und Regenwasser bringen Phosphate und Stickstoff ins Becken.
- Totzonen: Ecken, Treppen und Bereiche hinter Leitern, in denen das Wasser kaum strömt.
- Zu wenig Chlor, vor allem nach Gewittern, Hitzetagen oder Poolpartys.
- Zu viel Stabilisator: Liegt die Cyanursäure über 75 mg/l, wirkt Chlor deutlich träger.
Die besten Möglichkeiten, Algen im Pool zu vermeiden
- Freies Chlor konstant bei 0,3–1,0 mg/l halten, in Hitzephasen eher im oberen Bereich.
- pH-Wert bei 7,0–7,4, mindestens zweimal pro Woche messen.
- Pumpe im Sommer 8–12 Stunden täglich laufen lassen, damit das Wasser 2- bis 3-mal am Tag gefiltert wird.
- Wöchentlich bürsten, auch wenn alles sauber aussieht.
- Boden regelmäßig saugen oder einen Poolroboter einsetzen. Einen Überblick bietet unser Poolroboter-Vergleich.
- Abdecken, wenn der Pool nicht genutzt wird. Das hält Laub, Pollen und Sonnenlicht ab.
- Nach Gewittern Werte prüfen und bei Bedarf nachchloren.
Gibt es Alternativen zu Chlor?
Ja. Aktivsauerstoff und Salzelektrolyse halten ebenfalls Algen fern, wenn die Werte stimmen. Bei akutem Befall greifen aber auch Besitzer dieser Systeme meist zur Stoßchlorung. Was die Alternativen leisten, steht unter Pool ohne Chlor.
Helfen Hausmittel gegen Algen im Pool?
Kaum. Milch liefert Algen eher Nahrung, wie der Ratgeber Milch gegen Algen zeigt. Natron hebt pH-Wert und Alkalinität, gegen Algen wirkt es nicht. Essig senkt nur den pH-Wert. Kupfersulfat wirkt zwar, verursacht aber leicht Flecken und grüne Haare. Bürste, Chlor und Filter sind und bleiben die wirksamsten Mittel.
Was tun, wenn gar nichts mehr gegen Algen hilft?
Kommen die Algen trotz Stoßchlorung immer wieder, liegt die Ursache meist tiefer:
- Cyanursäure messen. Liegt sie über 75 mg/l, hilft nur ein Teilwasserwechsel.
- Filtersand prüfen. Nach 3–5 Jahren ist Filtersand verbraucht und hält Feinstoffe schlecht zurück. Anleitung: Sand in der Sandfilteranlage wechseln.
- Versteckte Algennester suchen: unter Leiter und Treppe, hinter Lampen, im Skimmerschacht, an Poolspielzeug.
- Pumpenleistung prüfen. Ist die Pumpe zu schwach für das Volumen, entstehen Totzonen.
- Wasser vom Fachhandel analysieren lassen, wenn du dir bei den Werten unsicher bist.
Als letzter Schritt bleibt das Ablassen und Reinigen des Beckens. Bei Folien- und Aufstellpools aber vorsichtig: Ein leeres Becken kann sich verformen oder die Folie schrumpfen. Lies vorher Wann Wasser im Pool wechseln?.
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