Kurz & klar
Im Poolwasser sollten 0,3–1,0 mg/l freies Chlor gelöst sein, in Privatpools in der Praxis meist 0,5–1,0 mg/l. Wie viel Produkt du dafür brauchst, hängt vom Wirkstoffgehalt ab: Um 10 m³ Wasser um 1 mg/l anzuheben, sind 10 g Aktivchlor nötig, bei Granulat mit 56 % Aktivchlor also rund 18 g. Maßgeblich bleiben die Dosierangabe auf der Packung und eine Messung vor und nach der Zugabe.
- Freies Chlor
- 0,3–1,0 mg/l
- Gebundenes Chlor
- unter 0,2 mg/l
- Rechenregel
- 10 g Aktivchlor je 10 m³ = +1 mg/l
- Stoßchlorung
- ca. 10 mg/l
Inhaltsverzeichnis
- 1.Welcher Chlorwert ist im Pool richtig?
- 2.Wie berechnest du die richtige Chlormenge?
- 3.Wie viel Chlor für welche Poolgröße?
- 4.In welcher Form gibt es Chlor?
- 5.Welche Verschmutzungen bleiben trotz Chlor im Pool?
- 6.Wann musst du mehr Chlor in den Pool geben?
- 7.Welche Fehler passieren beim Dosieren häufig?
- 8.Häufige Fragen
Welcher Chlorwert ist im Pool richtig?
Für private Pools gilt ein freies Chlor von 0,3–1,0 mg/l. In der Praxis liegen die meisten Gartenpools bei 0,5–1,0 mg/l, weil der Wert dann auch an heißen Tagen mit vielen Badegästen nicht sofort unter die Untergrenze rutscht. Für öffentliche Bäder nennt die DIN 19643 0,3–0,6 mg/l, dort wird allerdings laufend gemessen und automatisch nachdosiert.
Beim Messen begegnen dir drei Begriffe:
| Messwert | Bedeutung | Sollwert |
|---|---|---|
| Freies Chlor | wirksames Chlor, das noch desinfizieren kann | 0,3–1,0 mg/l |
| Gebundenes Chlor | Chlor, das bereits mit Schmutz reagiert hat (Chloramine) | unter 0,2 mg/l |
| Gesamtchlor | Summe aus beiden | – |
Gebundenes Chlor ermittelst du, indem du das freie Chlor vom Gesamtchlor abziehst. Liegt es über 0,2 mg/l, ist eine Stoßchlorung fällig. Alle weiteren Sollwerte stehen in der Wasserwerte-Tabelle.
Ebenso wichtig wie das Chlor ist der pH-Wert. Bei 7,0–7,4 wirkt Chlor gut, über 7,6 deutlich schwächer. Wer bei falschem pH-Wert nachdosiert, braucht mehr Chlor für dieselbe Wirkung.
Wie berechnest du die richtige Chlormenge?
Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht. Ein Milligramm pro Liter entspricht einem Gramm pro Kubikmeter. Um einen Kubikmeter Wasser um 1 mg/l anzuheben, brauchst du also 1 g Aktivchlor. Weil kein Produkt aus reinem Chlor besteht, teilst du durch den Wirkstoffanteil.
So gehst du vor:
- Volumen bestimmen: Länge × Breite × Wassertiefe bzw. Radius × Radius × 3,14 × Wassertiefe, Ergebnis in m³.
- Ist-Wert messen und die gewünschte Erhöhung festlegen.
- Aktivchlor berechnen: Volumen in m³ × gewünschte Erhöhung in mg/l = benötigte Gramm Aktivchlor.
- Produktmenge berechnen: Gramm Aktivchlor ÷ Wirkstoffanteil (z. B. 0,56 bei 56 %).
- In Schritten dosieren und nach einigen Stunden Umwälzung erneut messen.
Beispiel: Dein Pool fasst 30 m³, gemessen sind 0,3 mg/l, du möchtest auf 0,8 mg/l. Die Erhöhung beträgt 0,5 mg/l. 30 × 0,5 = 15 g Aktivchlor. Mit einem Granulat mit 56 % Aktivchlor sind das 15 ÷ 0,56 ≈ 27 g.
Die Rechnung liefert einen guten Startwert. Weil Algen, Schmutz und Sonne parallel Chlor verbrauchen, landest du in der Praxis oft etwas niedriger. Halte dich außerdem an die Dosierangabe des Herstellers: Bei Bayrol Chlorifix nennt die Packung beispielsweise 50 g pro 10 m³ für die wöchentliche Dauerdesinfektion und 200 g pro 10 m³ für eine Schockbehandlung.
Wie viel Chlor für welche Poolgröße?
Die folgende Tabelle zeigt, wie viel Produkt du brauchst, um das freie Chlor um 1 mg/l anzuheben. Für 0,5 mg/l halbierst du die Werte.
| Poolvolumen | Granulat 56 % Aktivchlor | Calciumhypochlorit ca. 65 % | Flüssigchlor ca. 14 % |
|---|---|---|---|
| 5 m³ | ca. 9 g | ca. 8 g | ca. 35 g |
| 10 m³ | ca. 18 g | ca. 15 g | ca. 70 g |
| 20 m³ | ca. 36 g | ca. 31 g | ca. 145 g |
| 30 m³ | ca. 54 g | ca. 46 g | ca. 215 g |
| 50 m³ | ca. 89 g | ca. 77 g | ca. 360 g |
Die Werte sind rechnerische Richtwerte für sauberes Wasser. Der tatsächliche Wirkstoffgehalt steht auf dem Etikett, und gerade bei Flüssigchlor sinkt er mit der Lagerzeit. Für eine Stoßchlorung auf etwa 10 mg/l brauchst du rund das Zehnfache.
Welcher Wert ist in Privatpools üblich?
Viele Poolbesitzer halten ihr Wasser dauerhaft bei 0,5–1,0 mg/l und messen zwei- bis dreimal pro Woche. Wie schnell der Wert sinkt, hängt stark von Sonne, Temperatur und Badebetrieb ab. Wie oft du deshalb nachlegen musst, erklärt der Ratgeber Wie oft Pool chloren.
In welcher Form gibt es Chlor?
| Form | Typischer Wirkstoff | Aktivchlor (typisch) | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Schnelllösliches Granulat | Dichlorisocyanurat | um 56 % | stabilisiert, bringt Cyanursäure ins Wasser |
| Granulat oder Tabletten, unstabilisiert | Calciumhypochlorit | ca. 65–70 % | erhöht die Calciumhärte |
| 200-g- und 20-g-Tabletten | meist Trichlorisocyanurat | um 90 % | langsam löslich, senkt den pH-Wert, bringt Cyanursäure ins Wasser |
| Flüssigchlor | Natriumhypochlorit | ca. 13–15 % | wirkt sofort, ohne Stabilisator, hebt den pH-Wert leicht |
| Salzelektrolyse | Chlor aus gelöstem Salz | – | wird laufend in der Anlage erzeugt |
Stabilisiertes Chlor hält in der Sonne länger, reichert aber über die Saison Cyanursäure an. Steigt sie über 75 mg/l, hilft nur ein Teilwasserwechsel. Mehr dazu unter Cyanursäure im Pool. Eine Übersicht über aktuelle Produkte bieten die Vergleiche Chlorgranulat und Chlortabletten.
Welche Verschmutzungen bleiben trotz Chlor im Pool?
Chlor tötet Keime ab und oxidiert organische Stoffe. Sichtbaren Schmutz entfernt es aber nicht. Laub, Sand, Insekten, Fettfilme und Kalk brauchen andere Helfer.
| Problem | Was hilft |
|---|---|
| Bakterien, Viren | freies Chlor im Sollbereich |
| Algen | Chlor, Bürsten, bei Bedarf Algizid |
| Schwebstoffe, Trübung | Filter, bei Bedarf Flockungsmittel |
| Fettrand an der Wasserlinie | Skimmer, Wasserlinienreiniger |
| Laub, Sand, Insekten | Kescher, Poolsauger oder Roboter |
| Metalle (Verfärbungen) | Metallentferner, pH-Wert prüfen |
| Kalk | pH-Wert und Alkalinität im Sollbereich halten |
Wohin fließt das verschmutzte Oberflächenwasser?
Die meisten Verschmutzungen schwimmen zunächst oben: Pollen, Sonnencreme, Staub. Der Skimmer saugt diese Schicht ab und leitet sie über den Vorfilterkorb zur Pumpe und weiter in den Filter. Das gereinigte Wasser kommt über die Einlaufdüsen zurück ins Becken. Deshalb ist eine ausreichende Pumpenlaufzeit genauso wichtig wie das Chlor selbst.
Woher kommt das Frischwasser?
Verdunstung, Spritzwasser und Rückspülen kosten Wasser, das du mit Leitungs- oder Brunnenwasser ersetzt. Frischwasser verdünnt Chlor, Stabilisator und Alkalinität. Nach größeren Nachfüllmengen lohnt sich daher eine Messung. Brunnenwasser kann zusätzlich Eisen oder Mangan enthalten, die Chlor verbrauchen; mehr dazu unter Brunnenwasser für den Pool.
Wann musst du mehr Chlor in den Pool geben?
- an heißen Tagen und bei Wassertemperaturen über 28 °C,
- bei vielen Badegästen,
- nach Gewittern, Starkregen oder starkem Pollenflug,
- wenn der Pool tagelang offen in der Sonne steht,
- bei den ersten Algen oder trübem Wasser,
- wenn das gebundene Chlor über 0,2 mg/l steigt.
In diesen Fällen reicht es oft, die Dauerchlorung etwas zu erhöhen. Bei Algen oder Trübung ist eine Stoßchlorung der schnellere Weg.
Welche Fehler passieren beim Dosieren häufig?
- Granulat direkt auf Folie streuen: Ungelöste Körner können Folie und Farbe ausbleichen. Löse Granulat in einem Eimer Wasser vor und gieß die Lösung vor den Einlaufdüsen ein.
- Bei falschem pH-Wert dosieren: Erst pH-Wert einstellen, dann chloren.
- Produkte mischen: Verschiedene Chlorarten und andere Pflegemittel nie trocken oder im selben Gefäß zusammenbringen, es können gefährliche Reaktionen und Gase entstehen.
- Ohne Schutz arbeiten: Handschuhe und Schutzbrille tragen, immer Chemie ins Wasser geben, nie Wasser auf Chemie.
- Nach Gefühl nachlegen: Ohne Messung landest du schnell bei zu viel Chlor. Was dann hilft, steht unter Zu viel Chlor im Pool.
Praxis-Tipp: Schreib dir das Volumen deines Pools und die Gramm-Menge für +0,5 mg/l mit deinem Produkt auf einen Zettel und kleb ihn innen in den Deckel der Chlordose. Dann musst du nicht jedes Mal neu rechnen.
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