Kurz & klar
Jeder Poolsauger erzeugt an der Saugöffnung einen Unterdruck, der Wasser samt Schmutz vom Boden ansaugt. Woher der Sog kommt, unterscheidet die Bauarten: von der Filterpumpe (manueller Bodensauger), vom Wasserstrahl des Gartenschlauchs (Venturi-Sauger), von einem eigenen Akku-Motor (Akku-Sauger) oder vom Wasserstrom der Pumpe, der zugleich das Gerät bewegt (hydraulischer Reiniger). Der Schmutz landet entweder im Filter der Poolanlage oder in einem Filter im Gerät.
- Grundprinzip
- Unterdruck an der Saugöffnung
- Schmutz landet
- im Poolfilter oder im Gerätefilter
- Sauger ersetzt
- nicht die Filteranlage
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was passiert beim Saugen im Pool?
- 2.Welche Funktionsprinzipien gibt es?
- 3.Wie funktioniert ein Bodensauger an der Filterpumpe?
- 4.Wie funktioniert ein Venturi-Sauger?
- 5.Wie funktioniert ein Akku-Sauger?
- 6.Wie funktioniert ein hydraulischer Poolreiniger?
- 7.Was unterscheidet Poolsauger von Poolrobotern?
- 8.Vor- und Nachteile der Prinzipien
- 9.Welches Prinzip passt zu deinem Pool?
- 10.Tipps für die richtige Nutzung
- 11.Ersetzt ein Poolsauger die Filteranlage?
- 12.Häufige Fragen
Was passiert beim Saugen im Pool?
Ein Poolsauger arbeitet ähnlich wie ein Staubsauger, nur unter Wasser. An der Saugöffnung entsteht ein Unterdruck. Das umgebende Wasser strömt hinein und reißt alles mit, was leicht genug ist: Sand, Erde, Blätter, Insekten, Haare. Je stärker der Sog und je näher die Öffnung am Boden, desto mehr bleibt hängen.
Bürsten an der Unterseite helfen auf zwei Arten. Sie lösen festsitzenden Schmutz, und sie halten den Saugkopf in einem kleinen, gleichmäßigen Abstand zum Boden. Liegt der Kopf zu dicht auf, kommt kaum Wasser nach. Schwebt er zu hoch, saugt er nur Wasser.
Die entscheidenden Unterschiede zwischen den Bauarten sind zwei Fragen: Woher kommt der Sog? und Wohin geht der Schmutz?
Welche Funktionsprinzipien gibt es?
| Prinzip | Woher kommt der Sog? | Wohin geht der Schmutz? | Typisches Gerät |
|---|---|---|---|
| Filterpumpe | Saugseite der Poolpumpe über Schlauch | in Skimmerkorb und Poolfilter | manueller Bodensauger |
| Venturi | Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch | in einen Netzbeutel am Gerät | Venturi-Sauger |
| Akku-Motor | kleine Pumpe im Gerät | in einen Filter im Gerät | Akku-Handsauger, Bodenroboter |
| Hydraulik | Wasserstrom der Filterpumpe, zugleich Antrieb | meist in Skimmerkorb und Poolfilter | hydraulischer Bodenreiniger |
Wie funktioniert ein Bodensauger an der Filterpumpe?
Der Bodensauger ist nur ein beschwerter Saugkopf mit Bürsten. Über einen Poolschlauch hängt er an Skimmer, Saugdüse oder direkt an der Pumpe. Die Pumpe zieht das Wasser durch Kopf und Schlauch an, der Schmutz wandert in den Skimmerkorb und weiter in Sandfilter oder Kartusche.
Damit das klappt, muss der Schlauch komplett mit Wasser gefüllt sein. Luft im Schlauch unterbricht den Sog, und die Pumpe läuft im schlimmsten Fall trocken. Wie du den Sauger richtig verbindest, steht im Ratgeber Poolsauger anschließen.
Der Vorteil: Weil der Poolfilter den Schmutz aufnimmt, wird auch feiner Staub gründlich herausgefiltert. Der Nachteil: Der Filter verschmutzt schneller und muss häufiger rückgespült werden.
Wie funktioniert ein Venturi-Sauger?
Beim Venturi-Sauger schießt Wasser aus dem Gartenschlauch durch eine Düse im Saugkopf nach oben in Richtung Fangbeutel. Der schnelle Wasserstrahl reißt das umgebende Wasser mit, dadurch entsteht an der Unterseite ein Sog. Schmutz wird angesaugt und im Beutel aufgefangen, das Wasser strömt durch das Netz zurück in den Pool.
Der Venturi-Sauger braucht weder Strom noch Filterpumpe, verbraucht aber während des Saugens Leitungswasser. Feiner Staub geht teilweise durch das Netz. Alle Details stehen im Ratgeber Poolsauger mit Gartenschlauch.
Wie funktioniert ein Akku-Sauger?
Ein Akku-Sauger hat eine eigene kleine Pumpe mit Elektromotor. Sie saugt Wasser durch die Öffnung an der Unterseite, schickt es durch einen Filter im Gehäuse und stößt es gereinigt wieder aus. Der Schmutz bleibt im Filterkorb oder in der Kartusche.
So ist der Sauger völlig unabhängig von Filteranlage und Wasserhahn. Das ist ideal für Aufstellpools mit schwacher Kartuschenpumpe und für Whirlpools. Die Grenze setzt der Akku: Je nach Gerät sind 30–90 Minuten pro Ladung üblich. Akku-Bodenroboter arbeiten nach demselben Prinzip, fahren aber selbstständig. Mehr dazu unter Poolsauger elektrisch.
Wie funktioniert ein hydraulischer Poolreiniger?
Hydraulische Reiniger nutzen den Wasserstrom der Filterpumpe doppelt: als Sog zum Saugen und als Antrieb zum Fahren. Bei saugseitigen Geräten treibt der Wasserstrom je nach Modell eine Turbine oder eine pulsierende Membran an, die das Gerät in Zufallsbahnen über Boden und teils auch Wände bewegt.
Druckseitige Geräte werden an den Einlauf angeschlossen und nutzen den Rücklaufdruck. Beide Varianten brauchen eine ausreichend starke Pumpe, und die muss während der Reinigung laufen. Einen Überblick über diese und andere selbstständige Geräte gibt der Ratgeber automatische Poolsauger.
Was unterscheidet Poolsauger von Poolrobotern?
Ein Poolroboter ist im Kern ein Akku- oder Kabelsauger mit eigenem Fahrantrieb und Navigation. Er hat Pumpe, Filter und Motoren an Bord, plant seine Bahnen über Sensoren und kann oft Wände und die Wasserlinie reinigen. Poolsauger im engeren Sinn werden dagegen von Hand geführt oder sind auf die Filterpumpe angewiesen. Die Technik der Roboter erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Poolroboter?.
Vor- und Nachteile der Prinzipien
| Prinzip | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Filterpumpe | günstig, gründlich, keine Laufzeitgrenze | braucht kräftige Pumpe, Handarbeit, Filter verschmutzt |
| Venturi | ohne Strom und Pumpe, sehr günstig | Wasserverbrauch, grobe Filterung |
| Akku-Motor | unabhängig, eigener Filter | Laufzeit, Akku altert, teurer |
| Hydraulik | automatisch, kein Kabel im Wasser | starke Pumpe nötig, belastet Filter, Zufallsbahnen |
Welches Prinzip passt zu deinem Pool?
Entscheidend ist deine vorhandene Technik. Hast du eine kräftige Sandfilteranlage, ist der Bodensauger an der Filterpumpe die günstigste gründliche Lösung. Hast du nur eine kleine Kartuschenpumpe oder gar keine, ist ein Akku-Sauger oder ein Venturi-Sauger die bessere Wahl. Willst du gar nicht mehr selbst saugen, kommen hydraulische Reiniger oder Roboter infrage.
Konkrete Modelle für jedes Prinzip findest du im Poolsauger-Vergleich und bei den manuellen Poolsaugern.
Tipps für die richtige Nutzung
- Grobes vorher abkeschern. Laub verstopft jeden Sauger, egal nach welchem Prinzip.
- Langsam arbeiten. Hektische Bewegungen wirbeln Schmutz auf, der sich anderswo wieder absetzt.
- Filter und Körbe im Blick behalten. Ein voller Filter senkt die Saugleistung bei allen Bauarten.
- Nach dem Saugen rückspülen, wenn der Druck der Sandfilteranlage 0,2–0,3 bar über dem Normaldruck liegt.
- Wasserchemie prüfen. Saugen ersetzt keine Desinfektion. Der pH-Wert sollte bei 7,0–7,4 liegen, freies Chlor bei 0,3–1,0 mg/l.
Praxis-Tipp: Lass die Filterpumpe auch beim Saugen mit Akku-Gerät laufen. Was der Sauger aufwirbelt, aber nicht erwischt, zieht dann der Poolfilter aus dem Wasser.
Ersetzt ein Poolsauger die Filteranlage?
Nein. Der Sauger holt Schmutz vom Boden, die Filteranlage reinigt das gesamte Wasser und verteilt die Pflegemittel. Ohne Umwälzung wird Poolwasser auch bei sauberem Boden schnell trüb. Als Faustregel sollte das Wasser im Sommer 2–3-mal pro Tag komplett gefiltert werden, was meist 8–12 Stunden Pumpenlaufzeit entspricht.
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