Kurz & klar
Eine Poolfolie mit Einhängebiese verlegst du an einem milden, windstillen Tag zu zweit: Becken gründlich vorbereiten, Schutzvlies auslegen, Folie einhängen und die Bodennaht exakt auf den Übergang von Wand und Boden ausrichten. Dann nur wenige Zentimeter Wasser einlassen, Falten von der Mitte nach außen ausstreichen und erst danach langsam weiter befüllen. Skimmer und Einlaufdüsen schneidest du erst aus, wenn die Folie unter Wasserdruck sitzt und die Flansche montiert sind.
- Wetter
- mild, trocken, windstill
- Erste Füllung
- nur wenige Zentimeter
- Einbauteile
- erst ausschneiden, wenn die Folie sitzt
Inhaltsverzeichnis
- 1.Welche Folienarten gibt es und welche kannst du selbst verlegen?
- 2.Was musst du vor dem Verlegen vorbereiten?
- 3.Welches Wetter ist ideal zum Verlegen?
- 4.Anleitung: Einhängefolie im Stahlwand- oder Rundpool verlegen
- 5.Was ist beim Einbaupool anders?
- 6.Welche Fehler passieren beim Verlegen am häufigsten?
- 7.Wie pflegst du die neue Folie, damit sie lange hält?
- 8.Häufige Fragen
Welche Folienarten gibt es und welche kannst du selbst verlegen?
Für die Eigenleistung eignen sich vor allem fertig konfektionierte Folien, die in der passenden Form geliefert und am Beckenrand eingehängt werden. Armierte Folie, die vor Ort zugeschnitten und verschweißt wird, ist Sache eines Fachbetriebs.
| Folienart | Befestigung | Typisch für | Selbst verlegen? |
|---|---|---|---|
| Einhängefolie | Biese rastet in ein Profil am Beckenrand | Stahlwand-, Rund- und Ovalbecken, viele Styroporbecken | ja, zu zweit gut machbar |
| Überlappfolie | wird über die Wand gelegt und mit Profilen oder Clips fixiert | einfache Stahlwandbecken | ja |
| Keilbiese/Einhängeprofil im Einbaupool | Biese in einer Profilschiene unter dem Beckenrand | Einbaupools mit Einhängefolie | ja, mit Erfahrung |
| Armierte Folie | Bahnen werden vor Ort verschweißt | Beton- und Styroporbecken, Sanierungen | nein, Fachbetrieb |
Ob Folie oder Fliesen für dein Becken die bessere Wahl sind, klärt der Ratgeber Poolfolie oder Fliesen. Eine Auswahl aktueller Folien zeigt der Poolfolien-Vergleich.
Was musst du vor dem Verlegen vorbereiten?
Die Vorbereitung entscheidet darüber, ob die neue Folie glatt sitzt und lange hält. Jedes Steinchen unter der Folie drückt sich später durch und wird zur Schwachstelle.
- Maße prüfen. Miss Durchmesser bzw. Länge und Breite sowie die Wandhöhe nach und vergleiche sie mit der Bestellung. Prüfe auch die Biesenart.
- Alte Folie entfernen. Schneide sie in handliche Bahnen. Einbauteile wie Skimmer und Düsen vorsichtig demontieren und Dichtungen für den Wiedereinbau ersetzen.
- Becken reinigen. Entferne Schmutz, Sand und Kalkreste von Wänden und Boden. Rostige Stellen an Stahlwänden behandeln, Schraubenköpfe und scharfe Kanten abkleben.
- Untergrund kontrollieren. Der Boden muss eben, fest und frei von Steinen sein. Wie ein guter Untergrund aufgebaut ist, steht unter Pool-Untergrund vorbereiten, die Variante mit Dämmplatten unter Styrodur als Pool-Untergrund.
- Vlies auslegen. Ein Bodenvlies schützt die Folie und gleicht kleine Unebenheiten aus. Bei Stahlwänden ist ein zusätzliches Wandvlies sinnvoll. Die Vliesbahnen stoßen aneinander, sie überlappen nicht.
Welches Wetter ist ideal zum Verlegen?
Ideal ist ein milder, trockener und windstiller Tag. PVC reagiert auf Temperatur: Kalte Folie ist steif und lässt sich schlecht ausrichten, Falten bleiben stehen. In praller Mittagssonne dehnt sich die Folie stark aus, die Falten verschwinden scheinbar und tauchen auf, wenn das kühlere Wasser sie zusammenzieht.
Lege die verpackte Folie vorher einige Stunden im Schatten bereit, damit sie sich an die Umgebungstemperatur anpasst. Wind macht das Einhängen großer Folien schwierig, weil er die Bahn wie ein Segel aufbläht.
Anleitung: Einhängefolie im Stahlwand- oder Rundpool verlegen
- Folie auslegen. Falte die Folie im Becken auf dem Vlies auseinander, mit der Bodennaht nach unten und möglichst mittig.
- Ausrichten. Die umlaufende Naht zwischen Boden- und Wandteil muss genau auf dem Übergang von Wand zu Boden liegen. Bei Ovalbecken richtest du zusätzlich die Längsachse aus.
- Einhängen. Hängt die Biese an mehreren gegenüberliegenden Punkten ein, damit sich die Folie gleichmäßig verteilt. Dann den Rest Stück für Stück einhängen.
- Sitz kontrollieren. Die Wandteile sollten gerade nach unten hängen, ohne schräge Zugfalten.
- Wenige Zentimeter Wasser einlassen. Fülle nur so viel ein, dass der Boden bedeckt ist.
- Falten ausstreichen. Gehe barfuß oder in Socken von der Mitte nach außen und schiebe die Falten in Richtung Wand. Dabei kann es nötig sein, die Biese an einzelnen Stellen kurz auszuhängen und nachzujustieren.
- Langsam weiter befüllen. Mit steigendem Wasserstand legt sich die Folie an die Wand. Beobachte die Ecken und den Übergang zum Boden.
- Einbauteile setzen. Steht das Wasser einige Zentimeter unter Skimmer und Einlaufdüse, montierst du Flansch und Dichtungen von innen und schneidest erst danach die Folie innerhalb des Flanschs aus.
- Fertig befüllen. Fülle bis etwa zur Mitte der Skimmeröffnung auf. Worauf es beim Befüllen ankommt, erklärt der Ratgeber Pool befüllen.
Was ist beim Einbaupool anders?
Im Einbaupool liegt die Folie an Wänden, die oft nicht ganz so glatt und senkrecht sind wie bei Stahlwandbecken, und es gibt Treppen, Ecken und mehr Einbauteile. Bewährt hat sich die Vakuum-Methode: Nach dem Einhängen wird ein Nass-Trocken-Sauger über eine Einbauöffnung oder zwischen Folie und Wand angesetzt und die Luft hinter der Folie abgesaugt. Die Folie legt sich dann wie angegossen an die Wände, und du siehst sofort, ob sie richtig sitzt.
Erst wenn die Folie überall anliegt, beginnt das Befüllen. Den Sauger lässt du laufen, bis das Wasser die Folie am Boden und am unteren Wandbereich hält. Treppen mit eigener Folie oder Kunststofftreppen werden nach Herstellerangabe eingebunden, hier ist sauberes Arbeiten an den Dichtungen besonders wichtig.
Praxis-Tipp: Markiere vor dem Einhängen die Positionen von Skimmer, Düsen und Scheinwerfer mit Klebeband auf dem Beckenrand. Unter der Folie findest du die Öffnungen später sonst nur durch Tasten.
Welche Fehler passieren beim Verlegen am häufigsten?
- Zu viel Wasser auf einmal: Falten werden eingefroren, bevor du sie ausstreichen konntest.
- Bodennaht nicht ausgerichtet: Die Folie zieht schräg, an der Wand entstehen Diagonalfalten.
- Steine oder Sand unter dem Vlies: Sie drücken sich durch und scheuern die Folie auf.
- Einbauteile zu früh ausgeschnitten: Die Folie verschiebt sich noch, die Öffnung sitzt am Ende nicht mittig auf dem Flansch.
- Alte Dichtungen wiederverwendet: Häufige Ursache für Undichtigkeiten am Skimmer.
- Folie in praller Hitze verlegt: Abends zieht sich die Folie zusammen und spannt an der Biese.
Wie pflegst du die neue Folie, damit sie lange hält?
Eine neue Folie dankt dir stabile Wasserwerte mit vielen zusätzlichen Jahren. Halte den pH-Wert bei 7,0–7,4 und das freie Chlor bei 0,3–1,0 mg/l. Chlortabletten gehören in Skimmer oder Schwimmdosierer, nie lose auf den Boden, weil sie die Folie stellenweise bleichen.
Für die Reinigung nutzt du weiche Bürsten und folienverträgliche Reiniger, nie Scheuermittel oder Hochdruckreiniger. Wie du den Wasserlinienrand schonend entfernst, steht unter Poolfolie reinigen. Ein Bodenroboter mit PVC-Bürsten hält die Folie sauber, ohne sie zu belasten, passende Modelle zeigt der Vergleich Poolroboter für Folienbecken.
Lass das Becken nicht lange leer stehen und überwintere es mit Wasser. Ohne Wasserdruck kann die Folie schrumpfen und sich aus der Biese ziehen. Wie du richtig vorgehst, erklärt Pool winterfest machen.
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