Kurz & klar
Styrodur, also druckfeste XPS-Hartschaumplatten, dämmt den Pool nach unten, schützt die Bodenfolie und sorgt für eine glatte Fläche. Es ersetzt aber keinen ebenen Untergrund: Erst wird der Boden abgetragen, verdichtet und mit einer dünnen Sandschicht abgezogen, dann kommen 20–50 mm starke Platten mit glatter Oberfläche und darauf ein Vlies. Fugen werden versetzt verlegt und abgeklebt.
- Plattenstärke
- meist 20–50 mm
- Oberfläche
- glatt, nicht gewaffelt
- Verschnitt einplanen
- ca. 10–15 %
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum Styrodur unter den Pool?
- 2.Lohnt sich Styrodur überhaupt?
- 3.Welche Platten eignen sich?
- 4.Wie viele Platten brauchst du?
- 5.Was brauchst du für die Verlegung?
- 6.Schritt für Schritt: Styrodur unter dem Pool verlegen
- 7.Was ist bei verschiedenen Pooltypen zu beachten?
- 8.Welche Fehler solltest du vermeiden?
- 9.Häufige Fragen
Warum Styrodur unter den Pool?
Hartschaumplatten unter dem Pool haben drei Aufgaben: Sie dämmen, sie schützen und sie schaffen eine gleichmäßig glatte Fläche.
- Dämmung: Der Boden entzieht dem Poolwasser ständig Wärme. Eine Dämmschicht bremst diesen Verlust, das Wasser bleibt nachts etwas wärmer und eine Heizung arbeitet effizienter. Wie du den Pool insgesamt warm hältst, steht unter Pool heizen.
- Schutz: Kleine Steine, Wurzeln und Unkraut drücken sich nicht mehr in die Bodenfolie.
- Glatte Fläche: Die Folie liegt auf einer homogenen Oberfläche statt auf Sand, der sich mit der Zeit verschiebt.
Was Styrodur nicht kann: Höhenunterschiede ausgleichen. Die Platten folgen dem Untergrund. Liegt der schief oder hat Mulden, liegen die Platten genauso.
Lohnt sich Styrodur überhaupt?
Für einen Quick-Up-Pool, der nur ein paar Wochen steht, eher nicht. Hier reicht ein gut vorbereiteter Untergrund mit Vlies oder Bodenschutzfliesen. Interessant werden Dämmplatten in drei Fällen:
- Stahlwand-, Holz- oder große Frame-Pools, die mehrere Jahre am selben Platz stehen.
- Beheizte Pools, bei denen jede Wärme zählt, die nicht nach unten verloren geht.
- Steiniger oder wurzeliger Boden, bei dem die Folie besonderen Schutz braucht.
Die Platten kosten deutlich mehr als Vlies allein, halten bei sorgfältigem Umgang aber mehrere Saisons. Wer zusätzlich die Wasseroberfläche abdeckt, spart insgesamt am meisten Wärme, denn dort geht der größte Teil verloren. Einen Überblick gibt der Solarabdeckungs-Vergleich.
Welche Platten eignen sich?
Für den Poolboden brauchst du extrudierte Polystyrol-Platten (XPS). Sie sind druckfest, nehmen kaum Wasser auf und verrotten nicht. Achte beim Kauf auf drei Punkte:
| Merkmal | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Material | XPS, nicht EPS | druckfester, kaum Wasseraufnahme |
| Oberfläche | glatt | Waffelstruktur ist für Beton oder Putz gedacht und zeichnet sich durch die Folie ab |
| Kante | Stufenfalz | keine durchgehenden Fugen, Platten verzahnen sich |
| Stärke | 20–50 mm | mehr Stärke, mehr Dämmung |
| Druckfestigkeit | ab ca. 300 kPa | ausreichend Reserve für Wasserlast |
Dünne Trittschall- oder Bastelplatten sind zu weich und zu klein. Sie verrutschen und drücken sich unter Stützen ein.
Wie viele Platten brauchst du?
Rechne mit der Bodenfläche des Pools plus etwa 10–15 % Verschnitt. Bei Rundpools fällt am Rand mehr Verschnitt an als bei Rechteckbecken.
| Pool | Bodenfläche | Platten à 0,75 m² (inkl. Verschnitt) |
|---|---|---|
| Rund Ø 3,66 m | ca. 10,5 m² | ca. 16–17 |
| Rund Ø 4,57 m | ca. 16,4 m² | ca. 25 |
| Rechteck 5,49 × 2,74 m | ca. 15,0 m² | ca. 22 |
Die Fläche eines Rundpools berechnest du mit 3,14 × Radius × Radius. Weitere Formeln findest du unter Pool-Volumen berechnen.
Was brauchst du für die Verlegung?
- XPS-Platten in ausreichender Menge
- Spaten, Schaufel, Rechen, Schubkarre
- Handstampfer oder gemietete Rüttelplatte
- Sand oder feinen Splitt für die Ausgleichsschicht
- Richtlatte und lange Wasserwaage
- Schnur, Pflöcke und einen Nagel als Mittelpunkt für Rundpools
- Cutter mit langer Klinge oder Fuchsschwanz
- Klebeband (Gewebe- oder Aluband) für die Fugen
- Vlies oder Poolunterlage für die oberste Schicht
Schritt für Schritt: Styrodur unter dem Pool verlegen
- Fläche markieren. Stecke den Pool ab, bei Rundpools mit Schnur und Mittelpunkt. Rundum 30 cm zugeben.
- Grasnarbe und Wurzeln entfernen. Alles Organische muss raus, sonst entstehen später Mulden.
- Boden ebnen. Auf der hohen Seite Erde abtragen, nicht auf der tiefen aufschütten. Bei stärkerem Gefälle hilft der Ratgeber Pool aufstellen bei Gefälle.
- Verdichten. Mit Stampfer oder Rüttelplatte, bis du keine Fußspuren mehr hinterlässt.
- Ausgleichsschicht aufbringen. 2–3 cm Sand oder feinen Splitt verteilen, anfeuchten und mit der Richtlatte waagerecht abziehen. Mit der Wasserwaage in mehrere Richtungen prüfen.
- Erste Platte in der Mitte setzen. Von dort arbeitest du nach außen. Leg Bretter auf bereits verlegte Platten, wenn du darauf knien oder laufen musst, sonst drücken sich Knie und Absätze ein.
- Platten im Verband verlegen. Reihen um eine halbe Plattenlänge versetzen, damit keine Kreuzfugen entstehen. Stufenfalz sauber ineinanderschieben.
- Fugen abkleben. Klebeband über alle Fugen hält die Platten zusammen und verhindert, dass sich die Folie in Spalten drückt.
- Rund zuschneiden. Mit Schnur und Stift den Kreis auf die Platten zeichnen und überstehende Ecken abschneiden. Die Platten sollten etwa bündig mit dem Poolboden enden oder wenige Zentimeter überstehen.
- Vlies auflegen. Eine Poolunterlage oder ein dickes Vlies über die Platten legen. Wie die Unterlagen sich unterscheiden, steht im Poolunterlagen-Vergleich.
- Pool aufbauen. Danach mit wenigen Zentimetern Wasser die Bodenfolie glatt streichen, wie unter Pool faltenfrei aufstellen beschrieben.
Praxis-Tipp: Leg die Platten erst aus, wenn du am selben Tag aufbauen kannst. XPS ist sehr leicht und wird von Wind verweht, und längere Sonneneinstrahlung schadet der Oberfläche. Ein paar Bretter oder Sandsäcke halten die Platten bis zum Aufbau an Ort und Stelle.
Was ist bei verschiedenen Pooltypen zu beachten?
Stahlwandpool
Die Stahlwand steht in einer Bodenschiene, die rundum gleichmäßig aufliegen muss. Viele legen die Platten nur innerhalb des Schienenkreises und setzen die Schiene auf einen festen Ring aus Gehwegplatten oder verdichtetem Splitt, dessen Oberkante bündig mit den Dämmplatten ist. Halte dich dabei an die Aufbauanleitung des Herstellers. Aktuelle Modelle findest du im Stahlwandpool-Vergleich.
Frame-Pool
Frame-Stützen drücken mit kleiner Fläche auf den Boden. Leg unter jede Stütze eine Gehwegplatte, deren Oberkante bündig mit den Dämmplatten abschließt, oder lass die Dämmplatten großzügig überstehen und prüfe nach dem Befüllen, ob sich die Füße eindrücken.
Quick-Up-Pool
Hier verteilt sich die Last gleichmäßig über den Boden. Die Platten können die ganze Fläche abdecken, ein Vlies obendrauf genügt.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
- Platten auf unvorbereiteten Rasen legen: Der Boden gibt nach, die Platten brechen.
- Dicke Sandschicht als Höhenausgleich: Sand wandert unter Last, der Pool steht später schief.
- Platten mit Waffelstruktur: Das Muster drückt sich durch die Folie.
- Kreuzfugen und offene Spalten: Die Folie wird an diesen Stellen stark belastet.
- Auf den Platten herumlaufen: Eindrücke bleiben und werden zu Mulden im Poolboden.
Die allgemeine Anleitung für jeden Untergrund, auch ohne Dämmplatten, findest du unter Pool-Untergrund vorbereiten.
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Auf die Hartschaumplatten gehört eine weiche Schicht, die Plattenkanten und Fugen abpolstert. Ein dickes Vlies macht den Boden außerdem angenehmer unter den Füßen.