Kurz & klar
Das Gewicht eines Pools berechnest du über das Wasservolumen: 1 m³ Wasser wiegt rund 1.000 kg. Volumen (Länge × Breite × Füllhöhe, beim Rundpool 3,14 × Radius² × Füllhöhe) mal 1.000 ergibt die Wasserlast in Kilogramm, dazu kommen Pool, Badende und Zubehör. Für Balkon und Dachterrasse zählt die Last pro Quadratmeter: Füllhöhe in Zentimetern × 10 = kg pro m².
- 1 m³ Wasser
- ≈ 1.000 kg
- Flächenlast
- Füllhöhe in cm × 10 = kg/m²
- Balkon, übliche Bemessung
- ca. 4 kN/m² ≈ 400 kg/m²
Inhaltsverzeichnis
- 1.Wie schwer ist Wasser?
- 2.Schritt 1: Wie berechnest du das Volumen?
- 3.Schritt 2: Wie ermittelst du das Gesamtgewicht?
- 4.Beispielrechnungen für typische Pools
- 5.Warum ist die Flächenlast wichtiger als das Gesamtgewicht?
- 6.Kann dein Balkon oder deine Dachterrasse einen Pool tragen?
- 7.Was bedeutet das Gewicht für den Untergrund im Garten?
- 8.Welche Rechenfehler passieren am häufigsten?
- 9.Häufige Fragen
Wie schwer ist Wasser?
Ein Liter Wasser wiegt rund ein Kilogramm, ein Kubikmeter (1.000 Liter) also rund 1.000 kg oder eine Tonne. Die kleinen Unterschiede durch Temperatur oder Salz sind für die Poolplanung bedeutungslos.
Damit wird die Rechnung einfach: Wer das Volumen kennt, kennt das Gewicht. Ein Pool mit 15 m³ Wasser wiegt rund 15 Tonnen – so viel wie mehrere Autos auf einer Fläche, die oft kleiner ist als ein Wohnzimmer.
Schritt 1: Wie berechnest du das Volumen?
Gerechnet wird mit der Füllhöhe, nicht mit der Wandhöhe. Bei Aufstellpools liegt der Wasserspiegel meist einige Zentimeter unter dem Rand. Alle Maße in Metern einsetzen, dann kommt das Ergebnis in Kubikmetern heraus.
| Poolform | Formel |
|---|---|
| Rechteckig | Länge × Breite × Füllhöhe |
| Rund | 3,14 × Radius × Radius × Füllhöhe (Radius = halber Durchmesser) |
| Oval mit geraden Seiten | [(Länge − Breite) × Breite + 3,14 × (Breite ÷ 2)²] × Füllhöhe |
| Mit Tiefwasserbereich | mittlere Tiefe aus flachster und tiefster Stelle verwenden |
Ausführliche Beispiele, auch für ungewöhnliche Formen, findest du unter Pool-Volumen berechnen.
Schritt 2: Wie ermittelst du das Gesamtgewicht?
Das Gesamtgewicht setzt sich aus mehreren Posten zusammen:
- Wasser: Volumen in m³ × 1.000 = kg
- Pool selbst: Leergewicht laut Herstellerangabe. Bei Aufstellpools gering, bei Stahlwand- oder Holzpools deutlich mehr.
- Badende: Pro Person einen realistischen Wert ansetzen, in den Beispielen unten rechnen wir mit 80 kg.
- Zubehör: Leiter, Filteranlage, Wärmepumpe, Abdeckung. Eine Sandfilteranlage bringt mit Sandfüllung ein beachtliches Eigengewicht mit.
- Unterbau: Dämmplatten, Fundament oder Podest, falls diese auf derselben Fläche lasten.
Für den Garten ist meist nur die Wasserlast relevant. Auf Balkon, Dachterrasse oder Holzdeck zählt dagegen jedes Kilo.
Beispielrechnungen für typische Pools
| Pool | Rechnung | Wassergewicht | Last pro m² |
|---|---|---|---|
| Planschbecken 2,0 × 1,5 m, 30 cm Wasser | 2,0 × 1,5 × 0,30 = 0,9 m³ | ca. 900 kg | ca. 300 kg |
| Quick-Up Ø 3,66 m, 65 cm Wasser | 3,14 × 1,83 × 1,83 × 0,65 ≈ 6,8 m³ | ca. 6.800 kg | ca. 650 kg |
| Ovalpool 4,90 × 3,00 m, 1,00 m Wasser | [(4,9 − 3,0) × 3,0 + 3,14 × 1,5²] × 1,0 ≈ 12,8 m³ | ca. 12.800 kg | ca. 1.000 kg |
| Frame-Pool Ø 4,57 m, 1,07 m Wasser | 3,14 × 2,285 × 2,285 × 1,07 ≈ 17,5 m³ | ca. 17.500 kg | ca. 1.070 kg |
| Einbaupool 8 × 4 m, 1,40 m Wasser | 8 × 4 × 1,40 = 44,8 m³ | ca. 44.800 kg | ca. 1.400 kg |
Die Werte sind gerundet und beziehen sich nur auf das Wasser.
Warum ist die Flächenlast wichtiger als das Gesamtgewicht?
Für die Frage, ob ein Untergrund den Pool trägt, zählt nicht das Gesamtgewicht, sondern die Last pro Quadratmeter. Ein großer Pool mit flachem Wasser kann den Boden weniger belasten als ein kleiner, tiefer Whirlpool.
Die Faustregel dafür ist einfach: Füllhöhe in Zentimetern × 10 = kg pro m². 30 cm Wasser ergeben 300 kg/m², 120 cm Wasser 1.200 kg/m². Badende und Zubehör kommen noch dazu.
In der Statik wird die Last oft in Kilonewton angegeben. Zur Umrechnung: 1 kN/m² entspricht rund 100 kg/m².
Kann dein Balkon oder deine Dachterrasse einen Pool tragen?
In vielen Fällen nicht oder nur mit sehr flachen Pools. Balkone werden in Deutschland üblicherweise für eine Nutzlast von etwa 4 kN/m² bemessen, das sind rund 400 kg pro Quadratmeter. Bei älteren Gebäuden kann der Wert niedriger liegen.
Schon ein aufblasbarer Whirlpool kommt schnell darüber. Ein Beispiel mit angenommenen Werten:
- 800 Liter Wasser = 800 kg
- 4 Personen à 80 kg = 320 kg
- Leergewicht Whirlpool ca. 30 kg
- Summe rund 1.150 kg
- Grundfläche bei 1,80 m Außendurchmesser: 3,14 × 0,9 × 0,9 ≈ 2,5 m²
- Last rund 450 kg pro m²
Die Bemessungslast ist keine Reserve, die man ausreizen sollte. Lass vor dem Aufstellen eines Pools oder Whirlpools auf Balkon oder Dach immer einen Statiker prüfen, ob und wo die Last getragen werden kann. Weitere Punkte wie Abdichtung, Dämmung unter der Abdichtung und Wasserablauf erklären die Ratgeber Pool auf der Dachterrasse und Whirlpool auf dem Balkon. Kleine Modelle für wenig Platz findest du im Vergleich der Balkonpools.
Praxis-Tipp: Stell schwere Becken möglichst nah an tragende Wände oder Stützen und nicht in die Mitte einer frei gespannten Decke. Ob das bei deinem Gebäude reicht, entscheidet trotzdem der Statiker.
Was bedeutet das Gewicht für den Untergrund im Garten?
Auch im Garten hat das Gewicht Folgen. Weicher Boden, Rasen mit Mulden oder frisch aufgeschüttete Erde geben unter mehreren Tonnen nach – meist ungleichmäßig. Dann steht der Pool nach einigen Wochen schief.
Achte deshalb auf diese Punkte:
- Fester, verdichteter Untergrund statt lockerer Erde. Wie du den Boden vorbereitest, steht unter Pool-Untergrund vorbereiten.
- Punktlasten bei Frame-Pools: Die Stützen drücken das Gewicht auf wenige Stellen. Platten unter den Füßen verteilen die Last.
- Holzdecks und Terrassen: Für Personen gebaut, nicht für 1.000 kg/m². Hier braucht es eine eigene Bemessung.
- Gefälle: Auf schrägem Boden drückt das Wasser einseitig. Die Lösungen zeigt Pool aufstellen bei Gefälle.
- Whirlpools: Geringe Grundfläche, hohe Flächenlast. Hinweise zum passenden Fundament findest du unter Whirlpool-Untergrund.
Welche Rechenfehler passieren am häufigsten?
- Wandhöhe statt Füllhöhe eingesetzt, das Ergebnis ist zu hoch
- Durchmesser statt Radius beim Rundpool, das Ergebnis ist viermal zu hoch
- Zentimeter statt Meter eingesetzt, das Ergebnis ist um ein Vielfaches falsch
- Liter und Kubikmeter verwechselt: 1 m³ sind 1.000 Liter
- Badende vergessen, gerade bei Whirlpools ein großer Anteil
- Gesamtgewicht mit Flächenlast verwechselt, für Balkon und Decke zählt kg pro m²
Wenn du unsicher bist, rechne lieber einmal mehr nach oder lass dir von einer Fachperson helfen. Bei Gewichten von mehreren Tonnen ist Vorsicht günstiger als ein Schaden an Gebäude oder Garten.