Kurz & klar
Einen bestehenden Chlorpool stellst du auf Salzwasser um, indem du zuerst Material und Wasserwerte prüfst, dann die Elektrolysezelle hinter Filter und Heizung einbaust und das Salz bei ausgeschalteter Zelle löst. Das vorhandene Wasser kannst du meist behalten, solange die Cyanursäure unter 75 mg/l liegt. Für 1 g/l Salz brauchst du 1 kg pro m³, bei 40 m³ und 4 g/l also 160 kg. Chlortabletten kommen vorher aus Skimmer und Dosierschwimmer.
- Salzgehalt
- 3–5 g/l (meist 4 g/l)
- Salzmenge
- 1 kg pro m³ je 1 g/l
- Wasser behalten
- wenn Cyanursäure unter 75 mg/l
- Dauer
- meist 2–3 Tage
Inhaltsverzeichnis
- 1.Lohnt sich die Umstellung auf Salzwasser?
- 2.Ist dein Pool für Salzwasser geeignet?
- 3.Was musst du vor der Umstellung am Wasser prüfen?
- 4.Schritt für Schritt: So stellst du deinen Pool um
- 5.Wie viel Salz brauchst du für die Umstellung?
- 6.Welche Anlage passt zu deinem Pool?
- 7.Was ändert sich nach der Umstellung?
- 8.Was kostet die Umstellung auf Salzwasser?
- 9.Welche Fehler passieren bei der Umstellung häufig?
- 10.Häufige Fragen
Lohnt sich die Umstellung auf Salzwasser?
Für einen Pool, der fest steht und viele Jahre genutzt wird, oft ja. Nach der Umstellung musst du kein Chlor mehr kaufen, lagern und dosieren. Die Anlage produziert gleichmäßig, die Werte schwanken weniger, und viele empfinden das Wasser als weicher. Dazu kommt, dass sich keine Cyanursäure aus Chlortabletten mehr anreichert.
Dem stehen Anschaffungskosten, ein ständig steigender pH-Wert und die Elektrolysezelle als Verschleißteil gegenüber. Außerdem müssen alle Teile, die mit dem Wasser in Berührung kommen, salzwasserfest sein. Einen ausführlichen Vergleich beider Systeme findest du unter Salzwasserpool oder Chlor.
Ist dein Pool für Salzwasser geeignet?
Bevor du Geld in eine Anlage steckst, prüfst du Becken und Technik. Die meisten Kunststoffe kommen mit 4 g/l Salz gut zurecht, kritisch sind Metalle und manche Natursteine.
| Bauteil | Unbedenklich | Prüfen oder ersetzen |
|---|---|---|
| Beckenwand | Folie, GFK, Polypropylen, Beton mit Fliesen | Stahlwand nur mit Herstellerfreigabe |
| Leiter, Handlauf | Edelstahl V4A (1.4404 oder höher), Kunststoff | einfacher Edelstahl V2A, verzinkter Stahl |
| Wärmepumpe | Titan-Wärmetauscher mit Salzwasserfreigabe | Wärmetauscher aus Edelstahl oder Kupfer |
| Pumpe, Filter | Kunststoffgehäuse | Metallschrauben, Klemmringe, Manometer |
| Beckenrand | Feinsteinzeug, salzfeste Steine | poröser Naturstein, Kalkstein |
| Einbauteile | Kunststoff | Scheinwerfer, Düsen oder Skimmer mit Metallteilen |
Was du gegen Korrosion an vorhandenen Metallteilen tun kannst, beschreibt der Ratgeber Rost im Salzwasserpool.
Was musst du vor der Umstellung am Wasser prüfen?
Eine gründliche Wasseranalyse spart später Ärger. Diese Werte solltest du kennen:
- Cyanursäure: Wer jahrelang mit Chlortabletten gearbeitet hat, hat oft zu viel Stabilisator im Wasser. Ideal sind im Freien 30–50 mg/l. Ab 75 mg/l tauschst du einen Teil des Wassers, sonst wirkt das Chlor aus der Zelle zu schwach.
- Alkalinität: 80–120 mg/l. Weil der pH-Wert im Salzwasserpool ständig steigt, ist der untere Teil dieses Bereichs günstiger.
- pH-Wert: 7,0–7,4.
- Calciumhärte: 150–300 mg/l. Sehr hartes Wasser lässt die Zelle schneller verkalken.
- Metalle: Kupfer und Eisen, etwa aus kupferhaltigen Algiziden oder Brunnenwasser, können sich an der Zelle ablagern und Flecken verursachen. Gegebenenfalls vorher mit einem Metallentferner behandeln.
- Salzgehalt: Auch ein reiner Chlorpool enthält etwas Salz, weil sich Chlor beim Abbau zu Chlorid umwandelt. Miss den Ausgangswert, damit du nicht zu viel Salz zugibst.
Schritt für Schritt: So stellst du deinen Pool um
- Chlorzugabe beenden. Nimm alle Tabletten aus Skimmer und Dosierschwimmer, schalte eine eventuell vorhandene Chlor-Dosieranlage ab. Das restliche Chlor darf im Wasser bleiben.
- Pool reinigen. Boden saugen, Wände bürsten, Filter rückspülen oder Kartusche reinigen. Sauberes Wasser erleichtert den Start der Zelle.
- Wasserwerte korrigieren. Erst die Alkalinität, dann den pH-Wert einstellen. Bei zu hoher Cyanursäure vorher einen Teilwasserwechsel machen.
- Anlage einbauen. Die Zelle gehört in die Druckleitung hinter Filter und Heizung bzw. Wärmepumpe, damit sauberes Wasser hindurchfließt und der Wärmetauscher nicht mit frisch chloriertem Wasser belastet wird. Bei Aufstellpools wird das Steckergerät zwischen Pumpe und Einlaufdüse gesetzt. Festinstallationen am Stromnetz überlässt du einer Elektrofachkraft.
- Salz berechnen. Poolvolumen in m³ × (Zielwert minus Ausgangswert in g/l) = Salz in kg.
- Salz einbringen. Bei ausgeschalteter Zelle, aber laufender Pumpe auf mehrere Stellen im flachen Bereich verteilen. Nicht in den Skimmer kippen, sonst gelangt hochkonzentrierte Sole in Pumpe und Filter. Liegengebliebenes Salz am Boden mit der Bürste verteilen.
- Umwälzen und messen. Die Pumpe etwa 24 Stunden laufen lassen, dann den Salzgehalt messen und mit der Anzeige der Anlage abgleichen.
- Zelle einschalten und einregeln. Mit mittlerer Leistung starten, das freie Chlor täglich messen und die Produktion anpassen, bis der Wert stabil bei 0,3–1,0 mg/l liegt.
Bis zum ersten Badetag vergehen so meist zwei bis drei Tage. Der Ablauf ähnelt der Inbetriebnahme eines neuen Salzwasserpools, die im Ratgeber Salzwasserpool in Betrieb nehmen ausführlich beschrieben ist.
Praxis-Tipp: Lieber erst mit etwa drei Viertel der berechneten Salzmenge starten und nach dem Lösen nachmessen. Nachsalzen ist leicht, zu viel Salz bekommst du nur über einen Wasserwechsel wieder heraus.
Wie viel Salz brauchst du für die Umstellung?
Die Rechenregel ist einfach: 1 kg Salz pro m³ hebt den Salzgehalt um 1 g/l. Die Tabelle zeigt die Mengen für Wasser ohne nennenswerten Ausgangssalzgehalt.
| Poolvolumen | bei 3 g/l | bei 4 g/l |
|---|---|---|
| 10 m³ | 30 kg | 40 kg |
| 20 m³ | 60 kg | 80 kg |
| 30 m³ | 90 kg | 120 kg |
| 40 m³ | 120 kg | 160 kg |
| 60 m³ | 180 kg | 240 kg |
Welcher Zielwert gilt, bestimmt der Hersteller deiner Zelle: Viele Einbauanlagen arbeiten mit 4 g/l, die Geräte von Intex und Bestway mit etwa 3 g/l, Low-Salt-Anlagen schon ab ca. 1,5 g/l. Einen Rechner und Hinweise zum Poolsalz findest du unter Salzmenge berechnen.
Welche Anlage passt zu deinem Pool?
Für Aufstellpools gibt es steckerfertige Geräte, für Einbaupools Chlorinatoren mit fester Verrohrung, auf Wunsch mit automatischer pH- und Redox-Regelung. Wichtig ist eine Leistungsreserve: Eine Anlage für 40–50 m³ ist für ein 30-m³-Becken die bessere Wahl als eine, die genau für 30 m³ ausgelegt ist. Aktuelle Modelle vergleichen wir unter Salzwasseranlagen im Vergleich.
Was ändert sich nach der Umstellung?
- Der pH-Wert steigt ständig. Plane zwei- bis dreimal pro Woche eine Messung und regelmäßig pH-Minus ein, falls deine Anlage nicht automatisch dosiert.
- Salz geht nur mit Wasser verloren, etwa beim Rückspülen, durch Spritzwasser oder Überlaufen bei Regen. Miss den Salzgehalt monatlich.
- Die Zelle braucht Pflege. Trotz Polumkehr kann sich bei hartem Wasser Kalk ablagern.
- Stoßchlorung bleibt möglich. Bei Algen oder nach vielen Badegästen hilft eine Zugabe von Chlor von Hand, weil die Zelle nicht schnell genug nachproduziert.
- Ablassen wird aufwendiger. Salzwasser darf nicht im Garten versickern, sondern gehört nach Absprache mit der Gemeinde in den Schmutzwasserkanal.
Was kostet die Umstellung auf Salzwasser?
| Posten | Aufstellpool | Einbaupool |
|---|---|---|
| Salzanlage | ca. 85–250 € | ca. 250–1.000 €, mit Regelung deutlich mehr |
| Salz für die Erstbefüllung | ca. 20–50 € | ca. 85–170 € |
| Messmittel für Salz | ca. 10–30 € | ca. 10–30 € |
| Einbau, Elektrik | selbst | ggf. Fachbetrieb |
| Austausch nicht salzfester Teile | selten nötig | je nach Ausstattung |
Die Salzkosten sind grob geschätzt anhand üblicher Preise für 25-kg-Säcke Poolsalz, für Aufstellpools mit etwa 5–25 m³ bei 3 g/l und Einbaupools mit etwa 30–60 m³ bei 4 g/l.
Welche Fehler passieren bei der Umstellung häufig?
- Cyanursäure nicht gemessen: Das Chlor wirkt kaum, obwohl die Zelle produziert.
- Zelle vor dem Salz eingeschaltet: Bei zu wenig Salz meldet die Anlage Fehler oder arbeitet ineffizient.
- Salz in den Skimmer geschüttet: Hochkonzentrierte Sole belastet Pumpe und Filter.
- Chlortabletten vergessen: Ein Rest im Dosierschwimmer treibt Chlor und Stabilisator weiter nach oben.
- Metallteile übersehen: Leiter, Schrauben und Wärmetauscher zeigen nach wenigen Wochen Rost.
- pH-Kontrolle vernachlässigt: Liegt der pH-Wert dauerhaft über 7,6, wirkt das erzeugte Chlor deutlich schwächer und Kalk setzt sich an der Zelle ab.
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