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Ratgeber Whirlpool & Teich

Whirlpool Luft ablassen: So entlüftest du Pumpe und Leitungen

Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit Redaktion Poolroboter-Poolsauger.de

Kurz & klar

Luft im Whirlpool-System lässt du ab, indem du bei ausgeschaltetem Strom die Überwurfmutter an der Druckseite der Pumpe leicht löst, bis Wasser austritt, und sie wieder festziehst. Danach die Pumpe in kurzen Intervallen ein- und ausschalten, bis die Düsen gleichmäßig laufen. Meist entsteht das Luftpolster nach dem Befüllen. Bei aufblasbaren Whirlpools ist mit Luftablassen oft das Entleeren der Wände zum Einlagern gemeint: Dafür öffnest du einfach die Ventile.

Typischer Auslöser
Neubefüllung nach Wasserwechsel
Erkennbar an
Pumpe brummt, Düsen schwach
Dauer
meist wenige Minuten
Nie
Pumpe lange trocken laufen lassen
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Warum sammelt sich Luft im Whirlpool?
  2. 2.Woran erkennst du Luft im System?
  3. 3.Wo sitzt die Luft?
  4. 4.Welches Werkzeug brauchst du?
  5. 5.Schritt für Schritt: Luft aus dem Hartschalen-Whirlpool ablassen
  6. 6.Und bei aufblasbaren Whirlpools?
  7. 7.Was tun, wenn die Luft immer wieder kommt?
  8. 8.Wie beugst du Luftansammlungen vor?
  9. 9.Wann solltest du den Fachbetrieb rufen?
  10. 10.Häufige Fragen

Warum sammelt sich Luft im Whirlpool?

Meist nach dem Befüllen: Das einlaufende Wasser verdrängt die Luft nicht überall, und im Pumpengehäuse oder in einer Leitung bleibt ein Luftpolster sitzen. Die Pumpe dreht dann zwar, fördert aber kein Wasser. Fachleute nennen das Airlock.

Ein häufiges Missverständnis: Die Luftblasen aus den Massagedüsen haben damit nichts zu tun. Sie stammen vom Luftgebläse und sind gewollt. Problematisch ist nur Luft in der Wasserseite des Systems, also in Pumpe, Heizung und Leitungen.

Neben dem Befüllen gibt es weitere Ursachen:

  • Zu niedriger Wasserstand: Liegt der Wasserspiegel unter der Skimmeröffnung, saugt die Pumpe Luft an.
  • Verstopfter Filter: Er erzeugt starken Unterdruck auf der Saugseite.
  • Undichte Saugseite: Eine lockere Verschraubung oder ein spröder O-Ring zieht Luft, ohne dass Wasser tropft.
  • Verdunstung: Bei offener Abdeckung sinkt der Wasserstand schneller, als man denkt.

Woran erkennst du Luft im System?

An einer Pumpe, die läuft oder brummt, aber kaum Wasser durch die Düsen drückt. Weitere typische Zeichen:

  • Die Steuerung meldet einen Durchflussfehler, die Heizung springt nicht an.
  • Die Pumpe klingt lauter oder höher als sonst, manchmal gurgelt es.
  • Düsen spucken stoßweise Wasser und Luft.
  • Nach dem Einschalten passiert erst nichts, dann setzt der Strahl schlagartig ein.

Die Heizung schaltet bei fehlendem Durchfluss aus gutem Grund ab: Ohne strömendes Wasser würde der Heizstab überhitzen. Die Fehlermeldung ist also ein Schutz, kein Defekt.

Wo sitzt die Luft?

In aller Regel im Pumpengehäuse, weil dort der höchste Punkt des Wasserkreislaufs nahe der Saugseite liegt. Seltener steckt sie im Heizungsrohr oder im Filtergehäuse.

Hat dein Whirlpool mehrere Pumpen, prüfst du jede einzeln: Welche Düsengruppe läuft schwach? Die zugehörige Pumpe ist die betroffene. Bei aufblasbaren Whirlpools mit kompakter Pumpeneinheit liegt das Problem meist am Wasserstand oder an den Anschlüssen zwischen Becken und Pumpe.

Welches Werkzeug brauchst du?

Für die meisten Fälle reicht wenig:

Werkzeug Wofür
Schraubendreher oder Akkuschrauber Seitenverkleidung zum Technikraum öffnen
Handtuch oder Lappen Austretendes Wasser auffangen
Taschenlampe Pumpe und Verschraubungen im Technikraum finden
Gartenschlauch Nachfüllen, ggf. Befüllen über das Filtergehäuse
Silikonfett O-Ringe pflegen, wenn du sie ohnehin in der Hand hast

Eine Rohrzange brauchst du nur, wenn eine Überwurfmutter festsitzt. Leg dann einen Lappen dazwischen, damit der Kunststoff keine Kerben bekommt.

Schritt für Schritt: Luft aus dem Hartschalen-Whirlpool ablassen

  1. Strom abschalten. Am Sicherungsautomaten bzw. FI-Schalter des Whirlpools, nicht nur am Bedienfeld.
  2. Wasserstand prüfen. Er muss mindestens bis zur Markierung oder zur Mitte der Skimmeröffnung reichen. Wenn nötig nachfüllen.
  3. Filter herausnehmen. So kann das Wasser frei zur Pumpe fließen.
  4. Technikraum öffnen und Pumpe finden. Sie hat zwei Anschlüsse: die Saugseite, meist vorn, und die Druckseite, oft oben.
  5. Überwurfmutter an der Druckseite lösen. Eine Viertel- bis halbe Umdrehung genügt. Erst zischt Luft heraus, dann tritt Wasser aus.
  6. Wieder festziehen. Sobald nur noch Wasser kommt, die Mutter handfest anziehen.
  7. Strom einschalten. Viele Steuerungen, etwa von Balboa, starten nach dem Einschalten einen Entlüftungsmodus, im Display oft als „Pr“ angezeigt. In dieser Zeit bleibt die Heizung aus.
  8. Pumpe in Intervallen laufen lassen. Jeweils 10–15 Sekunden einschalten, kurz pausieren, wieder einschalten. Bei Zwei-Stufen-Pumpen abwechselnd langsame und schnelle Stufe.
  9. Düsen beobachten. Kommt ein gleichmäßiger Strahl, ist die Luft raus. Wenn nicht, ab Schritt 5 wiederholen.
  10. Filter einsetzen und Normalbetrieb starten. Die Heizung sollte jetzt ohne Fehlermeldung anspringen.

Praxis-Tipp: Befülle den Whirlpool nach dem Wasserwechsel über das Filtergehäuse. Steckst du den Schlauch direkt in den Filterschacht, drückt das Wasser die Luft aus Pumpe und Leitungen heraus, bevor sie sich festsetzen kann. Viele Hersteller empfehlen genau diesen Weg.

Und bei aufblasbaren Whirlpools?

Hier gibt es zwei verschiedene Situationen, die beide unter „Luft ablassen“ gesucht werden.

Luft in der Pumpeneinheit

Aufblasbare Modelle haben keine Überwurfmutter zum Entlüften. Fördert die Pumpe kein Wasser, prüfst du:

  1. Steht das Wasser über der Mindestmarkierung im Becken?
  2. Sind die Anschlüsse zwischen Becken und Pumpeneinheit fest und richtig eingerastet?
  3. Ist die Filterkartusche sauber und richtig eingesetzt?
  4. Strom kurz aus und wieder ein, dann die Filterfunktion neu starten.

Hilft das nicht, nennt die Bedienungsanleitung meist den Ablauf für den jeweiligen Fehlercode.

Luft aus den Wänden ablassen zum Einlagern

Vor dem Einlagern oder einem Umzug muss die Luft aus den Wänden. Erst das Wasser vollständig ablassen, wie im Ratgeber Whirlpool-Wasser ablassen beschrieben. Dann:

  1. Ventilkappe öffnen und Ventil je nach Bauart eindrücken oder herausdrehen.
  2. Die Wand von der gegenüberliegenden Seite zum Ventil hin zusammendrücken bzw. rollen.
  3. Restluft mit einer Pumpe mit Saugfunktion oder einem Staubsauger absaugen.
  4. Alles vollständig trocknen lassen, locker falten und frostfrei lagern.

Feuchtigkeit beim Einlagern führt zu Stockflecken und Schimmel im Material. Wie du den Whirlpool vorher gründlich säuberst, steht unter Whirlpool reinigen.

Was tun, wenn die Luft immer wieder kommt?

Dann zieht das System irgendwo Luft, und zwar meist auf der Saugseite. Dort tropft kein Wasser heraus, weil Unterdruck herrscht. Die Undichtigkeit ist deshalb schwer zu finden.

  • Verschraubungen auf der Saugseite prüfen: Handfest anziehen, O-Ringe auf Risse und Verformung kontrollieren.
  • Filtergehäuse und Deckel: Ein schief sitzender Deckel oder ein trockener Dichtring zieht Luft.
  • Skimmerklappe: Hängt sie fest, kann die Pumpe Luft über den Skimmer saugen.
  • Wasserstand: Bei hoher Verdunstung öfter nachfüllen.
  • Wellendichtung der Pumpe: Wasser unter dem Motor oder Rostspuren am Gehäuse deuten auf eine verschlissene Dichtung hin. Das ist ein Fall für den Fachbetrieb. Wie Whirlpool-Pumpen aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Whirlpool-Pumpe.

Bei wiederkehrenden Fehlern hilft der Ratgeber Whirlpool-Reparatur beim Eingrenzen.

Wie beugst du Luftansammlungen vor?

Mit konstantem Wasserstand, sauberem Filter und gepflegten Dichtungen. Das sind kleine Routinen, die ohnehin zur Whirlpool-Pflege gehören.

  • Wasserstand wöchentlich kontrollieren und bei Bedarf nachfüllen.
  • Filter regelmäßig reinigen und rechtzeitig tauschen.
  • O-Ringe beim Filterwechsel ansehen und dünn mit Silikonfett einstreichen. Vaseline oder Öle greifen manche Dichtungen an.
  • Nach jedem Wasserwechsel bewusst entlüften, auch wenn zunächst alles normal wirkt.
  • Abdeckung geschlossen halten, das reduziert Verdunstung und damit sinkenden Wasserstand.

Wann solltest du den Fachbetrieb rufen?

Wenn die Pumpe heiß wird oder verbrannt riecht, der FI-Schalter auslöst, Wasser am Motor austritt oder die Fehlermeldung trotz mehrfachen Entlüftens bleibt. Arbeiten an Elektrik und Heizung gehören grundsätzlich in Fachhände. Entlüften kannst du selbst, alles Weitere nicht.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Whirlpool zu entlüften?

Meist nur wenige Minuten. Manchmal sitzt die Luft hartnäckig, dann wiederholst du Lösen der Verschraubung und kurzes Anlaufen der Pumpe zwei- oder dreimal. Bei mehreren Pumpen entlüftest du jede einzeln.

Kann Luft im System die Pumpe beschädigen?

Ja, wenn sie länger ohne Wasser läuft. Die Gleitringdichtung wird vom Wasser gekühlt und geschmiert und kann trocken überhitzen. Lass eine Pumpe, die kein Wasser fördert, deshalb nicht minutenlang weiterlaufen. Mehr zur Technik im Ratgeber Whirlpool-Pumpe.

Warum ist der Filter beim Entlüften so wichtig?

Ein verstopfter Filter erzeugt auf der Saugseite starken Unterdruck, die Pumpe zieht dann Luft und kaum Wasser. Deshalb Filter vor dem Entlüften herausnehmen und im Alltag regelmäßig reinigen und tauschen. Hinweise zum Kartuschenwechsel stehen unter Pool-Filterkartusche.

Sind Luftblasen aus den Düsen normal?

Ja, wenn sie vom Luftgebläse oder den Luftreglern an den Düsen kommen. Das ist das gewollte Sprudeln. Ungewöhnlich ist es, wenn Wasserdüsen stoßweise Luft spucken oder der Strahl immer wieder abreißt.

Wie oft sollte die Technik kontrolliert werden?

Wirf bei jedem Filterwechsel einen kurzen Blick in den Technikraum: feuchte Stellen, Kalkkrusten an Verschraubungen und ungewöhnliche Geräusche sind frühe Warnzeichen. Eine gründliche Inspektion durch einen Fachbetrieb einmal im Jahr ist bei Hartschalen-Whirlpools sinnvoll.

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