Kurz & klar
Wähle den Sandfilter nach der tatsächlichen Filterleistung (Systemdurchfluss): Sie sollte etwa ein Viertel deines Poolvolumens pro Stunde schaffen, damit das Wasser in 8–12 Stunden zwei- bis dreimal komplett gefiltert wird. Für einen 20-m³-Pool heißt das rund 5 m³/h. Achte außerdem auf ein 6- oder 7-Wege-Ventil, einen Vorfilter, ein Manometer und passende Anschlüsse: 32/38 mm bei Aufstellpools, 50 mm bei Einbaupools.
- Faustregel Filterleistung
- Poolvolumen ÷ 4 = m³/h
- Umwälzung
- 2–3× pro Tag, 8–12 h Laufzeit
- Rückspülen
- bei 0,2–0,3 bar über Normaldruck
- Wichtigste Zahl
- Systemdurchfluss, nicht Pumpenleistung
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warum braucht dein Pool überhaupt einen Sandfilter?
- 2.Wie groß muss die Sandfilteranlage sein?
- 3.Pumpenleistung oder Systemdurchfluss: Welche Zahl zählt?
- 4.Wie wichtig ist die Kesselgröße?
- 5.Worauf achtest du bei Ventil, Pumpe und Ausstattung?
- 6.Aufstellpool oder Einbaupool: Was unterscheidet die Anlagen?
- 7.Was heißt „regelmäßig rückspülen“?
- 8.Typische Fehlkäufe
- 9.Häufige Fragen
Warum braucht dein Pool überhaupt einen Sandfilter?
Ein Pool ist ein stehendes Gewässer. Ohne Umwälzung und Filter sammeln sich Staub, Pollen, Hautschuppen und Algensporen, das Wasser wird trüb, und das Chlor wird schneller aufgebraucht. Die Filteranlage pumpt das Wasser durch einen Kessel mit Quarzsand, der die Partikel zurückhält, und verteilt gleichzeitig die Pflegemittel im ganzen Becken.
Ob statt Sand auch ein Kartuschenfilter infrage kommt, hängt vor allem von der Poolgröße ab. Den direkten Vergleich mit Vor- und Nachteilen findest du im Ratgeber Sandfilteranlage oder Kartuschenfilter.
Wie groß muss die Sandfilteranlage sein?
Ziel ist, dass das gesamte Poolwasser zwei- bis dreimal pro Tag durch den Filter läuft, bei einer Laufzeit von 8–12 Stunden. Daraus ergibt sich eine einfache Faustregel: Die Anlage sollte pro Stunde etwa ein Viertel des Poolvolumens filtern.
| Poolvolumen | Nötige Filterleistung (System) | Typischer Pool |
|---|---|---|
| bis 8 m³ | ca. 2 m³/h | kleiner Quick-Up- oder Frame-Pool |
| 8–15 m³ | ca. 2–4 m³/h | mittlerer Frame-Pool |
| 15–25 m³ | ca. 4–6 m³/h | großer Frame- oder Stahlwandpool |
| 25–40 m³ | ca. 6–10 m³/h | großer Stahlwandpool, kleiner Einbaupool |
| 40–60 m³ | ca. 10–15 m³/h | Einbaupool |
Dein genaues Volumen berechnest du im Ratgeber Poolvolumen berechnen. Liegt dein Pool zwischen zwei Größen, nimm die stärkere Anlage, dann kannst du die Laufzeit kürzer halten.
Pumpenleistung oder Systemdurchfluss: Welche Zahl zählt?
Hier verschätzen sich viele beim Kauf. Auf der Verpackung steht meist die Pumpenleistung, also wie viel Wasser die Pumpe ohne jeden Widerstand fördert. Im echten Betrieb bremsen Sand, Ventil, Schläuche und Höhenunterschied. Was tatsächlich durch den Filter fließt, ist der Systemdurchfluss, und der liegt deutlich darunter.
Zwei Beispiele aus Herstellerangaben:
- Eine Bestway-Anlage mit 6.056 l/h Pumpenleistung hat einen Systemdurchfluss von 4.920 l/h.
- Eine Intex-Anlage mit 5.700 l/h Wasserdurchfluss nennt 4.000 l/h Systemdurchfluss.
Rechne deshalb immer mit dem Systemdurchfluss. Wenn der Hersteller nur die Pumpenleistung angibt, ziehe grob ein Viertel bis ein Drittel ab.
Wie wichtig ist die Kesselgröße?
Größer ist hier besser. Ein großer Kessel hat mehr Filterfläche, das Wasser fließt langsamer durch den Sand und die Partikel werden zuverlässiger zurückgehalten. Außerdem dauert es länger, bis der Sand zugesetzt ist, du musst also seltener rückspülen.
Kleine Anlagen für Aufstellpools kommen mit 12 kg Sand aus, größere brauchen 36 oder 55 kg, Einbauanlagen deutlich mehr. Wer die Wahl zwischen zwei Anlagen mit ähnlicher Pumpe hat, nimmt die mit dem größeren Kessel.
Worauf achtest du bei Ventil, Pumpe und Ausstattung?
6- oder 7-Wege-Ventil
Ein Mehrwegeventil ist Pflicht. Damit stellst du zwischen Filtern, Rückspülen, Nachspülen, Entleeren, Zirkulieren und Geschlossen um. Das 7-Wege-Ventil hat zusätzlich eine Winterstellung. Beim Einbaupool sitzt das Ventil oft seitlich am Kessel (Side-Mount), bei Aufstellpools meist oben (Top-Mount).
Selbstansaugende Pumpe mit Vorfilter
Eine selbstansaugende Pumpe zieht das Wasser auch dann an, wenn sie etwas über dem Wasserspiegel steht. Der Vorfilter, auch Haarfänger genannt, hält Haare, Blätter und Insekten zurück, bevor sie ins Laufrad gelangen. Wenn du einen Bodensauger an den Skimmer anschließen willst, ist eine selbstansaugende Pumpe fast unverzichtbar.
Manometer
Ohne Druckanzeige weißt du nicht, wann rückgespült werden muss. Achte auf ein gut ablesbares Manometer direkt am Ventil.
Zeitschaltuhr
Eine integrierte Zeitschaltuhr erspart dir eine separate Lösung. Bei Anlagen ohne Timer hilft eine Außen-Zeitschaltuhr. Wie viele Stunden die Pumpe laufen sollte, berechnest du mit dem Ratgeber Wie lange sollte die Poolpumpe laufen?.
Anschlüsse
Aufstellpools haben meist Schlauchanschlüsse mit 32 oder 38 mm, Einbaupools feste PVC-Rohre mit 50 mm. Prüfe vor dem Kauf, welchen Durchmesser dein Pool hat und ob Adapter beiliegen.
Salzwasser und Filtermedium
Für Salzwasserpools braucht es eine ausdrückliche Freigabe für den Salzgehalt. Praktisch ist außerdem, wenn die Anlage neben Quarzsand auch Filterglas oder Filterbälle zulässt. Welches Medium wann sinnvoll ist, zeigt der Filtersand-Vergleich.
Sicherheit
GS-Zeichen und ein integrierter Personenschutzschalter sind bei Aufstellpool-Anlagen ein gutes Zeichen. Unabhängig davon gehört jede Poolanlage an eine Steckdose mit FI-Schutzschalter.
Aufstellpool oder Einbaupool: Was unterscheidet die Anlagen?
Anlagen für Aufstellpools sind Komplettpakete aus Kessel, Ventil und Pumpe auf einer Grundplatte. Sie werden mit Schläuchen angeschlossen und lassen sich im Herbst abbauen.
Bei Einbaupools werden Kessel und Pumpe meist getrennt gekauft und im Technikschacht fest verrohrt. Die Kessel sind oft aus glasfaserverstärktem Kunststoff und deutlich größer. Hier lohnt es sich, Pumpe und Filter gemeinsam mit dem Poolbauer auszulegen. Eine drehzahlgeregelte Pumpe spart beim Einbaupool über die Jahre viel Strom, wie der Vergleich Poolpumpen mit variabler Drehzahl zeigt.
Was heißt „regelmäßig rückspülen“?
Notiere nach dem Start mit frischem Sand den Druck am Manometer, das ist dein Normaldruck. Liegt der Druck 0,2–0,3 bar darüber, ist der Sand zugesetzt und du spülst zurück. In der Saison passiert das meist etwa einmal pro Woche, nach Gewittern, Pollenflug oder Partys auch öfter.
Ausführliche Werte und was ein zu niedriger Druck bedeutet, stehen im Ratgeber Optimaler Druck der Sandfilteranlage. Den Sand selbst tauschst du alle 3–5 Jahre.
Typische Fehlkäufe
- Nur auf die Pumpenleistung geschaut: Die Anlage schafft im Betrieb deutlich weniger als auf dem Karton steht.
- Zu kleine Anlage am großen Pool: Die Pumpe müsste rund um die Uhr laufen, das Wasser wird trotzdem nicht klar.
- Zu große Anlage am kleinen Pool: Laut, unnötig teuer im Betrieb und für Quick-Up-Pools zu viel Strömung.
- Normalsaugende Pumpe über dem Wasserspiegel: Die Pumpe zieht Luft und läuft trocken.
- Anschlüsse nicht geprüft: Am Aufbautag fehlen Adapter für den richtigen Schlauchdurchmesser.
Einen Überblick über aktuelle Anlagen in verschiedenen Größen bietet der Sandfilteranlagen-Vergleich. Wie du die neue Anlage aufbaust, zeigt die Anleitung Sandfilteranlage anschließen.
Praxis-Tipp: Schreib dir das Poolvolumen und den Systemdurchfluss deiner Anlage auf. Volumen geteilt durch Systemdurchfluss ergibt die Stunden für eine komplette Umwälzung. Mal zwei bis drei genommen, hast du deine tägliche Laufzeit.
Passende Produkte
Steinbach Filteranlage Comfort 75
Aufstell- und Stahlwandpools bis ca. 40 m³Pumpe über dem Wasserspiegel
Eine kräftige Anlage für größere Aufstell- und Stahlwandpools. Die selbstsaugende Pumpe mit Vorfilter verzeiht einen etwas ungünstigeren Standort und den Einsatz eines Bodensaugers. Für Pools zwischen 20 und 35 m³ eine passende Wahl.
Intex Krystal Clear Sandfilteranlage 26644
Intex-Frame-Pools bis ca. 18 m³Wenig Platz
Für Intex-Pools in der mittleren Größe ist die Anlage die naheliegende Wahl, weil Anschlüsse und Zubehör zum System passen. Wer einen Pool am oberen Ende der Herstellerangabe hat, sollte die Laufzeit entsprechend verlängern.
Bestway Sandfilteranlage 11.355 l/h
Große Frame- und StahlwandpoolsPools bis ca. 60 m³ laut Hersteller
Eine Anlage für große Aufstellpools, bei denen kleinere Modelle sehr lange laufen müssten. Der große Kessel braucht entsprechend viel Sand, filtert dafür aber gleichmäßiger und muss seltener rückgespült werden.