Kurz & klar
Ein Poolroboter ist ein elektrischer Reiniger mit eigener Pumpe, eigenem Filter und eigenem Antrieb. Er saugt an der Unterseite Wasser samt Schmutz an, hält den Schmutz im Filterkorb zurück und stößt das gereinigte Wasser oben wieder aus. Motoren mit Ketten oder Rädern bewegen ihn über Boden und Wände, Sensoren und Software steuern die Bahnen. Den Strom liefert ein Akku oder ein Schwimmkabel mit Netzteil.
- Arbeitet unabhängig von
- der Filteranlage
- Stromversorgung
- Akku oder Kleinspannung per Netzteil
- Reinigungszyklus
- meist ca. 1,5–3 Stunden
- Wassertemperatur
- je nach Modell ca. 10–35 °C
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was macht ein Poolroboter?
- 2.Wie läuft eine Reinigung Schritt für Schritt ab?
- 3.Aus welchen Bauteilen besteht ein Poolroboter?
- 4.Wie kommt ein Poolroboter die Wand hoch?
- 5.Wie findet der Roboter seinen Weg?
- 6.Woher bekommt ein Poolroboter seinen Strom?
- 7.Was unterscheidet einen Poolroboter von einem Poolsauger?
- 8.Bodenroboter oder Wand-und-Boden-Roboter?
- 9.So setzt du einen Poolroboter richtig ein
- 10.Welche Wartung braucht die Technik?
- 11.Häufige Fragen
Was macht ein Poolroboter?
Ein Poolroboter reinigt die Flächen deines Pools selbstständig: je nach Modell den Boden, die Wände und die Wasserlinie. Er nimmt Sand, Blätter, Insekten, Pollen und Beläge auf, die sich dort sammeln. Anders als ein Handsauger brauchst du dabei nicht neben dem Becken zu stehen.
Was er nicht tut: Wasser desinfizieren, den pH-Wert regulieren oder die Filteranlage ersetzen. Er ist ein Reinigungsgerät für Oberflächen. Weil er Schmutz entfernt, bevor er sich zersetzt, erleichtert er aber die gesamte Pool-Wasserpflege.
Wie läuft eine Reinigung Schritt für Schritt ab?
- Eintauchen: Du setzt den Roboter senkrecht oder schräg ins Wasser. Durch leichtes Bewegen entweicht die Luft aus dem Gehäuse.
- Absinken: Ohne Luft wird der Roboter schwerer als Wasser und sinkt von selbst auf den Boden. Ein Kabelroboter zieht dabei die nötige Kabellänge mit.
- Ansaugen: Ein Pumpenmotor treibt einen Propeller an. Er saugt Wasser durch Öffnungen an der Unterseite an, zusammen mit dem Schmutz, den die Bürsten lösen.
- Filtern: Das Wasser strömt durch einen Filterkorb oder Filtereinsatz. Partikel bleiben hängen, sauberes Wasser fließt weiter.
- Ausstoßen: Oben verlässt das Wasser den Roboter als Strahl. Der Rückstoß drückt das Gerät zusätzlich gegen Boden oder Wand.
- Fahren: Antriebsmotoren bewegen Ketten oder Räder. Bürsten an Front und Heck lösen Belag und sorgen für Halt.
- Navigieren: Sensoren und Software entscheiden, wann der Roboter wendet, die Wand hochfährt oder eine neue Bahn beginnt.
- Beenden: Am Ende des Programms schaltet der Roboter ab. Viele Modelle parken an der Wasserlinie oder am Rand, damit du sie leicht herausholen kannst.
Aus welchen Bauteilen besteht ein Poolroboter?
| Bauteil | Aufgabe |
|---|---|
| Pumpenmotor mit Propeller | erzeugt den Sog und den Wasserstrom durch den Filter |
| Filterkorb oder Filtereinsatz | hält Schmutz zurück, je nach Feinheit grob bis sehr fein |
| Antriebsmotoren | bewegen Ketten oder Räder, oft je ein Motor pro Seite |
| Ketten, Räder, Reifen | Kraftübertragung und Halt auf dem Beckenboden |
| Bürsten | lösen Belag, verbessern den Grip an Boden und Wand |
| Sensoren | erkennen Wände, Neigung, Wasserlinie oder Hindernisse |
| Steuerelektronik | führt das Reinigungsprogramm aus, bei manchen Modellen mit App |
| Akku oder Schwimmkabel | Stromversorgung |
| Netzteil bzw. Steuergerät | wandelt Netzstrom in Kleinspannung, beim Kabelroboter am Beckenrand |
Ein Beispiel für die Größenordnungen: Für seine Vortex-Roboter nennt Zodiac eine Pumpenförderleistung von 16 m³/h, eine maximale Leistungsaufnahme von 150 W und ein Gewicht von rund 10 kg.
Wie kommt ein Poolroboter die Wand hoch?
Durch eine Kombination aus Sog, Rückstoß und Haftung. Die Pumpe saugt den Roboter an die Fläche, der Wasserstrahl nach oben drückt ihn zusätzlich an, und die Bürsten greifen auf dem Untergrund. So kann er an der Wand hochfahren, als wäre sie ein Boden.
Ob das klappt, hängt stark vom Zustand ab. Ein voller Filter reduziert den Sog, abgenutzte Bürsten oder Reifen den Grip. Zodiac weist in seinen Anleitungen außerdem darauf hin, dass mikroskopisch kleine Algen die Wände rutschig machen können, obwohl das Wasser klar aussieht. Dann hilft eine Stoßchlorung, während der der Roboter nicht im Wasser sein darf.
Wie findet der Roboter seinen Weg?
Einfache Geräte fahren geradeaus, bis sie anstoßen, und drehen dann in einem zufälligen Winkel. Das reicht in kleinen, rechteckigen Becken, lässt in größeren Pools aber Flächen aus.
Bessere Modelle nutzen Gyroskop und Beschleunigungssensoren, um ihre Ausrichtung zu kennen und gerade Bahnen zu fahren. Manche erkennen per Ultraschall Wände, Stufen oder Flachwasserbereiche, einige arbeiten sogar mit Kameras. Es gibt auch lernende Programme: Bei der Alpha-iQ-Reihe von Zodiac erkundet der Roboter im ersten Durchgang das Becken und berechnet daraus die optimale Reinigungsdauer für die folgenden Zyklen.
Woher bekommt ein Poolroboter seinen Strom?
Kabelroboter hängen an einem Steuergerät, das in die Steckdose kommt. Es wandelt die 230 V aus dem Netz in Kleinspannung um, bei den Vortex-Robotern von Zodiac etwa 30 V Gleichspannung, beim Steinbach Poolrunner 24 V. Über ein schwimmfähiges Kabel gelangt der Strom zum Roboter. Das Steuergerät gehört an eine mit Fehlerstromschutzschalter abgesicherte Steckdose und mit Abstand zum Beckenrand, Zodiac nennt mindestens 3,5 m.
Akku-Roboter tragen einen Lithium-Ionen-Akku im versiegelten Gehäuse. Je nach Modell reicht eine Ladung für etwa 60 Minuten bei kleinen Bodensaugern bis zu mehreren Stunden bei größeren Geräten im Sparmodus. Danach muss das Gerät an Land geladen werden. Was für welchen Pool besser passt, erklärt der Beitrag Poolroboter mit Kabel oder Akku.
Was unterscheidet einen Poolroboter von einem Poolsauger?
| Gerät | Antrieb | Filter | Arbeit für dich |
|---|---|---|---|
| Poolroboter | eigene Motoren, Akku oder Kabel | eigener Filterkorb | einsetzen, starten, Filter leeren |
| Hydraulischer Sauger | Sog der Filterpumpe | Skimmer, Pumpe oder Filteranlage | anschließen, gelegentlich kontrollieren |
| Manueller Sauger | deine Hand am Teleskopstiel | Filteranlage oder Beutel | komplette Reinigung von Hand |
| Akku-Handsauger | Akku, du führst ihn | eigener Beutel oder Korb | von Hand führen |
Hydraulische Geräte belasten Pumpe und Filteranlage, Roboter arbeiten unabhängig davon. Mehr zu den anderen Gerätetypen findest du unter Wie funktioniert ein Poolsauger? und Automatische Poolsauger.
Bodenroboter oder Wand-und-Boden-Roboter?
Bodenroboter reinigen nur die Bodenfläche. Sie sind leichter, günstiger und für flache Aufstellpools oft völlig ausreichend. Roboter für Wand und Boden klettern zusätzlich die Wände hoch, viele fahren auch gezielt die Wasserlinie ab, wo sich ein Rand aus Sonnencreme und Pollen bildet. Für Einbaupools ist diese Klasse meist die richtige Wahl, siehe Poolroboter für Wand und Boden.
So setzt du einen Poolroboter richtig ein
- Grobes Laub vorher abkeschern, damit der Filter nicht in Minuten verstopft.
- Spielzeug, Thermometer und lose Gegenstände herausnehmen.
- Wassertemperatur beachten. Die meisten Geräte sind für etwa 10–35 °C ausgelegt, Details stehen unter Poolroboter: ab welcher Temperatur?.
- Beim Kabelroboter das Kabel gerade auslegen und nur so viel ins Becken geben, wie nötig ist.
- Nach dem Zyklus herausnehmen, am Griff, nie am Kabel. Wasser ablaufen lassen, Filter ausspülen.
- Im Schatten lagern, damit Kunststoff und Akku nicht unnötig altern.
Welche Wartung braucht die Technik?
Der Aufwand ist gering, aber regelmäßig. Filter nach jedem Einsatz spülen, Bürsten und Reifen vor jeder Saison prüfen, Haare und Fäden aus Achsen und Propeller entfernen. Welche Verschleißteile es gibt und wann du sie tauschst, steht im Ratgeber Poolroboter-Zubehör. Passende Geräte für dein Becken findest du im Poolroboter-Vergleich.