Kurz & klar
Ohne Sauger reinigst du den Poolboden mit einer Kombination aus Bürste, feinem Bodenkescher und laufender Filteranlage: Grobes Laub abkeschern, den Boden in Richtung Bodenablauf oder Skimmer bürsten, damit der Filter den aufgewirbelten Schmutz einsammelt, und was liegen bleibt, mit dem Kescher aufnehmen. Bei feinem Staub hilft zusätzlich Flockungsmittel. Für Sand und große Becken ist ein Sauger auf Dauer aber deutlich effektiver.
- Werkzeug
- Bürste + Bodenkescher
- Filterpumpe
- beim Bürsten laufen lassen
- Bürsten ohne Sauger
- 2× pro Woche
Inhaltsverzeichnis
- 1.Wann ist die Reinigung ohne Sauger sinnvoll?
- 2.Welche Vorteile hat die Reinigung ohne Sauger?
- 3.Welche Methoden gibt es?
- 4.Die Poolbürste als wichtigstes Werkzeug
- 5.Bodenkescher: Schmutz gezielt einsammeln
- 6.Flockung: Feinschmutz filtrierbar machen
- 7.Behelfslösung mit dem Gartenschlauch
- 8.Wie oft solltest du den Boden ohne Sauger reinigen?
- 9.Was kostet die Reinigung ohne Sauger?
- 10.So landet weniger Schmutz am Boden
- 11.Wann lohnt sich doch ein Sauger?
- 12.Häufige Fragen
Wann ist die Reinigung ohne Sauger sinnvoll?
Nicht jeder hat einen Poolsauger, und nicht jeder Pool hat eine Pumpe, an die sich einer anschließen lässt. Manchmal ist der Sauger auch einfach kaputt, oder es liegen nur ein paar Blätter am Boden, für die sich das Anschließen nicht lohnt. Dann kommst du mit Bürste, Kescher und Filteranlage erstaunlich weit.
Grenzen hat die Methode bei feinem Sand, viel Feinstaub und großen Becken. Was du dann tun kannst, steht am Ende dieses Ratgebers. Wie der Boden mit Sauger oder Roboter gereinigt wird, erklärt der Ratgeber Poolboden reinigen.
Welche Vorteile hat die Reinigung ohne Sauger?
- Kosten: Bürste und Kescher kosten zusammen oft weniger als ein einfaches Bodensauger-Set.
- Kein Wasserverlust: Anders als beim Saugen auf „Entleeren“ oder mit dem Gartenschlauch-Sauger verlierst du kein Wasser und bringst kein Frischwasser ein.
- Kontrolle: Du siehst genau, wo sich Schmutz sammelt, und erkennst früh, ob sich ein schmieriger Belag bildet.
- Flexibilität: Bürste und Kescher sind in Sekunden einsatzbereit, ohne Schlauch zu entlüften.
Der Nachteil: Feiner Schmutz lässt sich nur indirekt über die Filteranlage entfernen, und das braucht Zeit.
Welche Methoden gibt es?
| Methode | Gut für | Weniger gut für |
|---|---|---|
| Bürsten mit laufender Filteranlage | Staub, Pollen, beginnende Beläge | Sand, große Mengen Schmutz |
| Bodenkescher | Laub, Insekten, Schmutzhäufchen | feiner Staub |
| Flockung | Trübung, Feinstaub im Wasser | Schmutz, der schon am Boden liegt |
| Behelfslösung mit Gartenschlauch | einzelne Stellen, Sand in kleinen Mengen | große Flächen |
Die Poolbürste als wichtigstes Werkzeug
Ohne Sauger ist die Bürste dein Hauptwerkzeug. Sie löst den Schmutz vom Boden und wirbelt ihn so auf, dass die Filteranlage ihn ansaugen kann.
So bürstest du richtig
- Filterpumpe einschalten und während der gesamten Reinigung laufen lassen.
- Grobes Laub vorher abkeschern, damit es beim Bürsten nicht zerfällt.
- Am flachen Ende beginnen und in langen, überlappenden Zügen Richtung Bodenablauf oder Richtung Skimmer bürsten. Bei Aufstellpools ohne Bodenablauf schiebst du alles zur Ansaugöffnung der Pumpe.
- Ruhig arbeiten. Zu hektische Bewegungen verteilen den Schmutz im ganzen Becken.
- Ecken und Treppen gezielt bearbeiten, dort sammelt sich der meiste Schmutz.
- Nach ein bis zwei Stunden wiederholen. Was sich wieder abgesetzt hat, bürstest du erneut in Richtung Ansaugung.
- Filter rückspülen oder Kartusche ausspülen, sobald der Durchfluss nachlässt.
Welche Bürste für welchen Pool?
Für Folie, GFK und Aufstellpools brauchst du Kunststoffborsten und abgerundete Enden. Fliesen und Beton vertragen härtere Borsten. Edelstahlbürsten sind nur für Betonbecken gedacht. Je breiter der Bürstenkopf, desto schneller bist du fertig, für Treppen und Ecken lohnt sich eine kleine Zusatzbürste. Modelle im Überblick zeigt der Poolbürsten-Vergleich.
Bodenkescher: Schmutz gezielt einsammeln
Alles, was zu schwer für die Filteranlage ist, sammelst du mit dem Bodenkescher ein. Ein tiefes Netz mit flacher Vorderkante lässt sich wie eine Schaufel unter Laub und Schmutzhäufchen schieben.
So geht’s: Schiebe den Schmutz mit der Bürste zu einem Häufchen zusammen, lass das Wasser kurz zur Ruhe kommen und hebe das Häufchen dann mit dem Kescher in einer langsamen, flachen Bewegung an. Für Blätter reicht ein normales Netz, für feinen Schmutz und Sand brauchst du ein sehr feinmaschiges. Wie du speziell mit Sand umgehst, beschreibt der Ratgeber Sand aus dem Pool entfernen ohne Sauger.
Flockung: Feinschmutz filtrierbar machen
Liegt nach jeder Reinigung schnell wieder ein feiner Schleier am Boden, kommen die Partikel aus dem Wasser. Sie sind so klein, dass der Filter sie nicht zurückhält. Flockungsmittel bindet sie zu größeren Flocken, die im Sandfilter hängen bleiben.
Bei Sand- und Glasfiltern legst du dazu eine Flockkartusche in den Skimmer, der pH-Wert sollte zwischen 7,0 und 7,4 liegen. Die zweite Variante, die Bodenflockung, lässt die Flocken bei abgeschalteter Pumpe zu Boden sinken. Ohne Sauger ist das allerdings problematisch: Die Flocken musst du dann mit einem sehr feinen Kescher vorsichtig abheben, bei größeren Mengen ist das kaum zu schaffen. Details stehen unter Flockungsmittel richtig anwenden.
Behelfslösung mit dem Gartenschlauch
Für einzelne Stellen kannst du einen Gartenschlauch als Heber nutzen. Den Schlauch komplett mit Wasser füllen, ein Ende zuhalten und außerhalb des Pools tiefer als den Wasserspiegel legen, das andere Ende über den Schmutz führen. Das Wasser fließt dann samt Schmutz ab. Du verlierst dabei Wasser und musst nachfüllen, für kleine Mengen funktioniert es aber. Wie man sich einen einfachen Sauger selbst baut, zeigt der Ratgeber Poolsauger selber bauen.
Wie oft solltest du den Boden ohne Sauger reinigen?
Weil Bürsten und Keschern weniger gründlich sind als Saugen, solltest du den Boden in der Saison zweimal pro Woche bürsten und Laub mindestens alle zwei Tage abkeschern. Nach Unwettern, in der Pollenzeit und im Herbst öfter.
Achte dabei auch auf die Wasserwerte. Ein pH-Wert von 7,0–7,4 und 0,3–1,0 mg/l freies Chlor verhindern, dass sich aus dem Bodenschmutz ein schmieriger Belag entwickelt. Wird der Boden trotzdem rutschig, hilft der Ratgeber Pool glitschig.
Was kostet die Reinigung ohne Sauger?
| Zubehör | Grobe Preisspanne |
|---|---|
| Poolbürste | ca. 10–30 € |
| Bodenkescher | ca. 10–40 € |
| Teleskopstange | ca. 15–60 € |
| Flockkartuschen (1 kg) | ca. 10–30 € |
Zum Vergleich: Ein einfaches Bodensauger-Set liegt bei etwa 20–100 €, ein Akku-Handsauger bei etwa 40–100 €.
So landet weniger Schmutz am Boden
- Abdeckung nutzen, sobald niemand badet.
- Skimmer und Filter sauber halten, damit Schwebstoffe nicht absinken.
- Füße vor dem Baden abspülen, ein Fußbad am Einstieg hilft.
- Laub schnell entfernen, bevor es absinkt und zerfällt.
Praxis-Tipp: Bürste den Boden abends, kurz bevor die Pumpe noch einige Stunden läuft. Über Nacht setzt sich der Rest in Ruhe ab, und am Morgen kannst du die übrig gebliebenen Häufchen mit dem Kescher abheben.
Wann lohnt sich doch ein Sauger?
Wenn du jede Woche mehr als eine halbe Stunde bürstest, regelmäßig Sand im Becken hast oder der Pool größer als ein Quick-Up-Becken ist, spart dir ein Sauger viel Zeit. Für den Einstieg reicht ein günstiger Saugkopf, den du an die vorhandene Filteranlage anschließt. Modelle findest du im Vergleich manuelle Poolsauger.
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