Kurz & klar
Ein Salzwasserpool funktioniert über Elektrolyse: Leicht salziges Poolwasser mit meist 4 g/l fließt durch eine Zelle in der Filterleitung, in der schwacher Gleichstrom aus dem Salz Chlor erzeugt. Dieses Chlor desinfiziert das Wasser und wird danach wieder zu Salz. Du musst deshalb kaum Salz nachfüllen, aber pH-Wert, Salzgehalt und Zelle regelmäßig kontrollieren.
- Salzgehalt
- 3–5 g/l (meist 4 g/l)
- Desinfektionsmittel
- freies Chlor aus der Zelle
- Voraussetzung
- Pumpe muss laufen
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist das Grundprinzip eines Salzwasserpools?
- 2.Was passiert in der Elektrolysezelle?
- 3.Wie sieht der Wasserkreislauf aus?
- 4.Aus welchen Bauteilen besteht eine Salzanlage?
- 5.Warum steigt im Salzwasserpool der pH-Wert?
- 6.Warum muss kaum Salz nachgefüllt werden?
- 7.Welche Werte braucht ein Salzwasserpool?
- 8.Was musst du als Besitzer noch selbst tun?
- 9.Wie unterscheidet er sich vom klassischen Chlorpool?
- 10.Häufige Fragen
Was ist das Grundprinzip eines Salzwasserpools?
Ein Salzwasserpool ist ein Chlorpool mit eigener Chlorfabrik. Statt Chlortabletten oder Granulat gibst du einmal Kochsalz ins Wasser. Eine Elektrolysezelle in der Filterleitung wandelt einen Teil davon laufend in Chlor um.
Der Salzgehalt ist dabei niedrig. Üblich sind 3–5 g/l, meist 4 g/l, je nach Herstellerangabe der Anlage. Das ist weniger als ein Achtel des Salzgehalts im Meer. Das Wasser schmeckt höchstens leicht salzig.
Was passiert in der Elektrolysezelle?
In der Zelle stehen beschichtete Titanplatten dicht nebeneinander. Das Steuergerät legt eine niedrige Gleichspannung an. Das Salzwasser leitet den Strom, und an den Platten laufen chemische Reaktionen ab.
| Ort | Was passiert | Ergebnis |
|---|---|---|
| Anode (Pluspol) | Chlorid-Ionen aus dem Salz geben Elektronen ab | es entsteht Chlor |
| Kathode (Minuspol) | Wasser wird gespalten | Wasserstoff und Hydroxid-Ionen (Natronlauge) |
| im Wasser | Chlor reagiert mit Wasser | hypochlorige Säure und Hypochlorit, also freies Chlor |
| im Becken | freies Chlor oxidiert Keime und Schmutz | es wird wieder zu Chlorid, also Salz |
Das freie Chlor wirkt im Becken genauso wie Chlor aus jedem anderen Produkt. Nachdem es Bakterien, Algensporen oder organische Stoffe angegriffen hat, liegt es wieder als Chlorid vor. Der Kreislauf schließt sich, und das Salz steht erneut für die Zelle bereit. Wie stark diese Desinfektion ist und wo ihre Grenzen liegen, beschreibt der Ratgeber zur Desinfektion im Salzwasserpool.
Wie sieht der Wasserkreislauf aus?
Die Zelle sitzt nicht im Becken, sondern in der Rohrleitung der Filteranlage. Das Wasser durchläuft die Technik in dieser Reihenfolge:
- Skimmer und Bodenablauf saugen das Wasser an und halten grobe Teile zurück.
- Pumpe sorgt für den Durchfluss.
- Filter entfernt Schwebstoffe, bei Sandfiltern auch feineren Schmutz.
- Heizung oder Wärmepumpe erwärmt das Wasser, falls vorhanden.
- Elektrolysezelle erzeugt Chlor.
- Optional pH-Dosierung gibt Säure zu.
- Einlaufdüsen verteilen das behandelte Wasser im Becken.
Die Zelle sitzt hinter Filter und Heizung, damit sauberes Wasser hindurchfließt und das frisch erzeugte, besonders chlorreiche Wasser nicht direkt den Wärmetauscher belastet. Wie lange die Pumpe täglich laufen muss, damit genug Chlor entsteht, erklärt der Beitrag zur Pumpenlaufzeit im Salzwasserpool.
Aus welchen Bauteilen besteht eine Salzanlage?
- Elektrolysezelle: Titanplatten mit einer edelmetallhaltigen Beschichtung. Sie ist das Verschleißteil der Anlage.
- Steuergerät: Liefert den Strom, regelt die Leistung in Prozent oder Stufen und zeigt Warnungen an, etwa bei zu wenig Salz.
- Strömungs- oder Gassensor: Schaltet die Zelle ab, wenn kein Wasser fließt. Ohne Durchfluss würde sich Gas in der Zelle sammeln.
- Optionale Messtechnik: Manche Anlagen messen Salzgehalt und Temperatur, bessere regeln die Chlorproduktion über einen Redox-Sensor und dosieren pH-Senker automatisch.
Kleine Anlagen für Aufstellpools kombinieren Steuergerät und Zelle oft in einem Gehäuse. Bei Einbaupools hängt das Steuergerät meist an der Wand des Technikraums. Welche Bauformen es gibt, vertieft der Beitrag zur Salzelektrolyse im Pool.
Was macht die Polumkehr?
An der Kathode entsteht Natronlauge, dort ist der pH-Wert lokal sehr hoch. Deshalb lagert sich an dieser Platte bevorzugt Kalk ab. Die meisten Anlagen tauschen in festen Abständen Plus- und Minuspol. Der Kalk löst sich dann von selbst wieder ab. Bei sehr hartem Wasser reicht das nicht immer, und die Zelle muss gelegentlich von Hand gereinigt werden.
Warum steigt im Salzwasserpool der pH-Wert?
Weil bei der Elektrolyse Natronlauge entsteht und die feinen Gasbläschen gelöstes Kohlendioxid aus dem Wasser treiben. Beides schiebt den pH-Wert nach oben. Im klassischen Chlorpool mit Trichlor-Tabletten ist es umgekehrt, dort sinkt er.
Für dich bedeutet das: Du gibst regelmäßig pH-Minus zu, um den Wert bei 7,0–7,4 zu halten. Bei höheren Werten wirkt das Chlor deutlich schwächer. Strategien gegen den ständigen Anstieg findest du unter pH-Wert im Salzwasserpool steigt ständig.
Warum muss kaum Salz nachgefüllt werden?
Weil das Salz im Kreislauf bleibt. Chlor wird erzeugt, verbraucht und wieder zu Chlorid. Verluste entstehen nur, wenn Wasser das Becken verlässt: beim Rückspülen des Filters, durch Spritzwasser, beim Überlaufen nach Starkregen oder beim Teilwasserwechsel. Verdunstung nimmt nur Wasser mit, das Salz bleibt zurück.
Welche Werte braucht ein Salzwasserpool?
| Wert | Sollbereich |
|---|---|
| Salzgehalt | 3–5 g/l, meist 4 g/l (Herstellerangabe beachten) |
| pH-Wert | 7,0–7,4 (Ziel 7,2) |
| Freies Chlor | 0,3–1,0 mg/l |
| Gebundenes Chlor | unter 0,2 mg/l |
| Gesamtalkalinität | 80–120 mg/l |
| Calciumhärte | 150–300 mg/l |
| Cyanursäure | 30–50 mg/l im Freien |
Erklärungen zu jedem Wert und was bei Abweichungen zu tun ist, stehen in der Salzwasserpool-Wertetabelle.
Was musst du als Besitzer noch selbst tun?
Die Anlage nimmt dir das Chloren ab, nicht die Kontrolle. Zu deinen Aufgaben gehören:
- Zweimal pro Woche pH-Wert und freies Chlor messen, pH-Wert bei Bedarf senken.
- Monatlich Salzgehalt, Alkalinität und Cyanursäure prüfen.
- Alle paar Wochen die Zelle auf Kalk kontrollieren.
- Bei Bedarf die Chlorleistung anpassen, etwa in Hitzewellen.
- Nach Gewittern oder Partys eine Stoßchlorung einplanen.
Wie die Pflege über die Saison aussieht, beschreibt der Ratgeber Salzwasserpool-Pflege.
Wie unterscheidet er sich vom klassischen Chlorpool?
| Salzwasserpool | Klassischer Chlorpool | |
|---|---|---|
| Chlorquelle | Elektrolysezelle | Tabletten, Granulat oder Flüssigchlor |
| Dosierung | automatisch und gleichmäßig | von Hand oder per Dosierschwimmer |
| pH-Tendenz | steigt | je nach Produkt, mit Trichlor eher sinkend |
| Anschaffung | höher (Anlage) | niedriger |
| Lagerung | Salz, pH-Minus | Chlorprodukte, pH-Korrekturmittel |
Einen ausführlichen Vergleich mit Kosten und Pflegeaufwand findest du unter Salzwasserpool oder Chlor. Passende Geräte zeigt der Vergleich der Salzwasseranlagen.