Kurz & klar
Im Salzwasserpool dosierst du Salz vor allem einmal zum Saisonstart: 1 kg pro m³ hebt den Gehalt um 1 g/l, Ziel sind meist 4 g/l oder die Herstellerangabe deiner Anlage. Danach regelst du die Chlorproduktion über Leistung und Laufzeit und senkst ein- bis zweimal pro Woche den steigenden pH-Wert. Salz musst du nur nachfüllen, wenn Wasser das Becken verlässt.
- Salzgehalt
- 3–5 g/l (meist 4 g/l)
- Faustregel Salz
- 1 kg/m³ = +1 g/l
- pH-Wert
- 7,0–7,4 (Ziel 7,2)
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was musst du im Salzwasserpool überhaupt dosieren?
- 2.Wie viel Salz braucht dein Pool?
- 3.Wie bringst du das Salz richtig ins Wasser?
- 4.Welche Chlorleistung solltest du einstellen?
- 5.Wie oft musst du den pH-Wert korrigieren?
- 6.Wie misst du den Salzgehalt zuverlässig?
- 7.Welche Dosierfehler passieren am häufigsten?
- 8.Ist eine falsche Salzkonzentration ungesund?
- 9.Häufige Fragen
Was musst du im Salzwasserpool überhaupt dosieren?
Weniger, als viele denken. Das Chlor stellt die Anlage selbst her, du kümmerst dich um die Rahmenbedingungen. Die folgende Übersicht zeigt, was in welchem Rhythmus anfällt.
| Was | Wann | Wie oft |
|---|---|---|
| Poolsalz | Saisonstart, nach Wasserverlust | einmal pro Saison, gelegentlich nachsalzen |
| Chlorleistung der Anlage | laufend | anpassen, wenn der Chlorwert driftet |
| pH-Minus | sobald der pH-Wert über 7,4 liegt | meist ein- bis zweimal pro Woche |
| Cyanursäure (Stabilisator) | Saisonstart, nach Teilwasserwechsel | einmal, dann nur nach Messung |
| Alkalinität-Plus oder -Minus | wenn die Alkalinität außerhalb von 80–120 mg/l liegt | selten |
| Chlor von Hand | Stoßchlorung, Engpässe | bei Bedarf |
Die passenden Zielwerte für alle Parameter findest du kompakt in der Wertetabelle für Salzwasserpools.
Wie viel Salz braucht dein Pool?
Die Grundregel lautet: 1 kg Salz pro m³ Wasser hebt den Salzgehalt um 1 g/l. Die meisten Anlagen arbeiten mit 3–5 g/l, häufig sind 4 g/l. Maßgeblich ist aber immer die Anleitung deiner Elektrolysezelle. Intex nennt für seine Aufstellpool-Systeme zum Beispiel einen niedrigeren Zielwert, Low-Salt-Anlagen kommen schon mit etwa 1,5 g/l aus.
Erstbefüllung: Ein Becken mit 40 m³ soll von 0 auf 4 g/l. Das sind 40 × 4 = 160 kg Salz, also gut sechs Säcke à 25 kg.
Nachsalzen: Du misst 3,2 g/l in einem 30-m³-Pool, Ziel sind 4,0 g/l. Die Differenz von 0,8 g/l mal 30 m³ ergibt 24 kg.
Die Rechnung steht und fällt mit dem richtigen Volumen. Wenn du es nicht genau kennst, hilft der Rechner unter Poolvolumen berechnen. Für Sonderfälle wie Teilbefüllungen oder Mischungen aus altem und neuem Wasser gibt es die ausführliche Anleitung Salzmenge berechnen.
Praxis-Tipp: Dosiere bei der Erstbefüllung zunächst etwa 80 % der berechneten Menge und miss nach 24 Stunden. Nachlegen geht schnell, zu viel Salz bekommst du nur durch Wasserwechsel wieder heraus.
Wie bringst du das Salz richtig ins Wasser?
- Zelle ausschalten, Pumpe einschalten. Die Elektrolyse sollte erst laufen, wenn das Salz vollständig gelöst ist.
- Salz am Beckenrand verteilen. Streue es in den flachen Bereich oder rund um das Becken, nicht in den Skimmer. Ungelöste Körner im Skimmer können Pumpe und Filter belasten.
- Haufen auflösen. Mit der Poolbürste das Salz am Boden verteilen, damit es nicht stundenlang auf der Folie liegt.
- 24 Stunden umwälzen. Erst dann ist das Salz gleichmäßig verteilt.
- Messen, dann Zelle einschalten. Liegt der Wert im Zielbereich, nimmst du die Anlage in Betrieb.
Verwende nur reines Poolsalz ohne Jod, Fluor oder Rieselhilfe. Zusätze können die Zelle belasten und das Wasser trüben.
Welche Chlorleistung solltest du einstellen?
Die meisten Anlagen lassen sich in Prozent oder Stufen regeln. Starte mit einer mittleren Einstellung, miss nach 24 Stunden das freie Chlor und korrigiere in kleinen Schritten von etwa 10 %. Ziel sind 0,3–1,0 mg/l, in der Praxis oft 0,5–1,0 mg/l.
- Chlor zu niedrig: Leistung erhöhen oder Pumpenlaufzeit verlängern. Hilft das nicht, liegen die Ursachen oft woanders, siehe Chlor im Salzwasserpool zu niedrig.
- Chlor zu hoch: Leistung reduzieren. Über 1,0 mg/l reizt das Wasser schneller Haut und Augen.
- Saisonverlauf: In Hitzewellen und bei vielen Badegästen brauchst du mehr Leistung, im Frühjahr und Herbst deutlich weniger.
Wie lange die Pumpe dafür laufen sollte, erklärt der Ratgeber zur Pumpenlaufzeit im Salzwasserpool.
Wie oft musst du den pH-Wert korrigieren?
Im Salzwasserpool steigt der pH-Wert fast immer, weil bei der Elektrolyse Natronlauge entsteht. Plane deshalb ein, ein- bis zweimal pro Woche pH-Minus zuzugeben.
Rechenbeispiel mit dem Richtwert vieler Hersteller (100 g pro 10 m³ senken um 0,1): Dein Pool hat 30 m³, der pH-Wert liegt bei 7,6 und soll auf 7,2. Das sind vier Schritte à 0,1, also 4 × 300 g = 1.200 g. Gib die Menge in zwei Portionen im Abstand einiger Stunden zu und miss dazwischen.
Schutzbrille und Handschuhe gehören dazu, und pH-Minus wird nie zusammen mit Chlor oder anderen Mitteln in einen Eimer gegeben. Wer das Nachdosieren leid ist, kann eine automatische pH-Dosieranlage mit flüssigem pH-Senker nachrüsten. Details zu Ursachen und Methoden stehen unter pH-Wert im Salzwasserpool zu hoch.
Wie misst du den Salzgehalt zuverlässig?
Für den Salzgehalt gibt es drei gängige Wege:
| Methode | Genauigkeit | Geeignet für |
|---|---|---|
| Salz-Teststreifen | mittel | Kontrolle zwischendurch |
| Digitales Leitwert-Messgerät | gut, wenn kalibriert | regelmäßige Messung, Nachsalzen |
| Anzeige der Anlage | unterschiedlich | Trend, aber gelegentlich gegenprüfen |
Digitale Geräte rechnen den elektrischen Leitwert in einen Salzgehalt um. Das funktioniert gut, solange du die Sonde sauber hältst und nach Anleitung kalibrierst. Einen Überblick über Geräte gibt der Vergleich der digitalen Pool-Wassertester.
Welche Dosierfehler passieren am häufigsten?
- Nachsalzen ohne Messung: Salz wird kaum verbraucht. Wer jede Saison pauschal nachkippt, landet über die Jahre deutlich über dem Zielwert.
- Falsches Beckenvolumen: Eine Abweichung von 20 % beim Volumen bedeutet 20 % Fehler bei jeder Dosis.
- Zu früh messen: Direkt nach dem Einstreuen ist das Salz noch nicht verteilt. Der Messwert ist dann zu niedrig, und man legt unnötig nach.
- Zelle während des Lösens laufen lassen: Die Anlage meldet dann Fehler oder arbeitet mit falschen Werten.
- Alles auf einmal: Das gilt besonders für pH-Minus. Große Einzeldosen lassen den Wert unter 7,0 rutschen.
Ist doch zu viel Salz im Becken gelandet, erklärt der Beitrag Zu viel Salz im Pool, wie du es wieder herunterbekommst.
Ist eine falsche Salzkonzentration ungesund?
Direkt kaum. Der übliche Bereich von 3–5 g/l liegt weit unter Meerwasser mit rund 35 g/l und auch unter dem Salzgehalt der Tränenflüssigkeit von etwa 9 g/l. Selbst ein Wert von 6 g/l schmeckt zwar salzig, ist für Badende aber nicht bedenklich.
Problematisch sind die indirekten Folgen. Zu wenig Salz bedeutet zu wenig Chlor und damit schlechtere Desinfektion. Zu viel Salz fördert Korrosion an Metallteilen und kann die Elektronik der Anlage belasten. Wenn die Augen brennen, liegt das meist am pH-Wert oder an gebundenem Chlor, nicht am Salz. Hintergründe dazu bietet der Ratgeber Augen brennen im Salzwasserpool. Halten Reizungen an, lass sie ärztlich abklären.
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