Kurz & klar
Kaulquappen im Gartenteich brauchen in der Regel keine Hilfe: Sie fressen Algen und Pflanzenreste, verstecken sich zwischen Wasserpflanzen und verwandeln sich bei den häufigsten Arten nach etwa zwei bis drei Monaten in kleine Frösche oder Kröten. Wichtig ist, dass du nicht fütterst, keine Chemie einsetzt, Pumpen mit einem Ansaugschutz sicherst und ein flaches Ufer zum Ausstieg anbietest. Alle heimischen Amphibien sind besonders geschützt, Laich und Kaulquappen dürfen nicht aus der Natur entnommen werden.
- Laichzeit
- Februar bis Juni, je nach Art
- Entwicklung
- meist ca. 2–3 Monate
- Füttern
- im naturnahen Teich nicht nötig
- Schutzstatus
- alle heimischen Amphibien besonders geschützt
Inhaltsverzeichnis
- 1.Woher kommen die Kaulquappen in deinem Teich?
- 2.Welche Arten findest du im Gartenteich?
- 3.Wie entwickeln sich Kaulquappen?
- 4.Was fressen Kaulquappen?
- 5.Was braucht ein Teich, damit Kaulquappen gut aufwachsen?
- 6.Wie pflegst du den Teich, solange Kaulquappen darin sind?
- 7.Darf ich Kaulquappen umsiedeln oder entfernen?
- 8.Was tun bei sehr vielen Kaulquappen?
- 9.Kaulquappen, Mückenlarven und der Pool
- 10.Häufige Fragen
Woher kommen die Kaulquappen in deinem Teich?
Kaulquappen sind die Larven von Fröschen und Kröten. Im Frühjahr wandern die erwachsenen Tiere zu Gewässern, um dort zu laichen. Ein Gartenteich mit flachen, sonnigen Zonen und Wasserpflanzen ist dafür ideal, selbst wenn er erst ein, zwei Jahre alt ist. Die Tiere finden ihn oft von selbst, wenn es in der Nähe Hecken, Wiesen oder andere Gewässer gibt.
Dass sich Amphibien ansiedeln, ist ein gutes Zeichen: Dein Teich ist ein funktionierender Lebensraum. Gleichzeitig trägst du damit ein Stück Verantwortung, denn viele Amphibienarten sind auf solche Ersatzgewässer angewiesen.
Welche Arten findest du im Gartenteich?
| Art | Laichzeit (ca.) | So sieht der Laich aus | Typische Kaulquappen |
|---|---|---|---|
| Grasfrosch | Februar bis April | große Laichballen, oft an der Oberfläche | bräunlich, verteilt im Flachwasser |
| Erdkröte | März bis April | lange Laichschnüre um Pflanzenstängel | klein, fast schwarz, oft in Schwärmen |
| Teich- und Wasserfrosch | Mai bis Juni | kleinere Laichklumpen unter Wasser | größer, grünlich-braun |
| Bergmolch (zum Vergleich) | März bis Mai | einzelne Eier, in Blätter eingewickelt | Larven mit Kiemenbüscheln, keine Kaulquappen |
Molchlarven sehen Kaulquappen auf den ersten Blick ähnlich, haben aber außen sichtbare, buschige Kiemen und früh entwickelte Vorderbeine. Sie ernähren sich räuberisch und fressen auch kleine Kaulquappen.
Wie entwickeln sich Kaulquappen?
Die Verwandlung vom Ei zum Frosch heißt Metamorphose. Wie schnell sie verläuft, hängt vor allem von der Wassertemperatur und der Art ab.
| Phase | Was passiert | Zeitraum (grobe Orientierung) |
|---|---|---|
| Laich | Eier entwickeln sich in der Gallerthülle | etwa 1–3 Wochen |
| Junge Kaulquappe | Schlupf, Kiemen, Schwanz, frisst Algen | erste Wochen |
| Hinterbeine | Beine wachsen, Kaulquappe wird größer | nach einigen Wochen |
| Vorderbeine | Lunge entwickelt sich, Tier kommt zum Atmen an die Oberfläche | gegen Ende der Entwicklung |
| Jungfrosch oder -kröte | Schwanz bildet sich zurück, Landgang | insgesamt meist ca. 2–3 Monate |
Bei Grasfrosch und Erdkröte verlassen die winzigen Jungtiere den Teich oft ab Juni. Einzelne Kaulquappen, vor allem von später laichenden Arten, können sich langsamer entwickeln und gelegentlich im Teich überwintern.
Was beeinflusst die Entwicklung?
- Temperatur: Sonnige, flache Bereiche erwärmen sich schneller und beschleunigen die Entwicklung.
- Nahrung: Ein Teich mit Algenbewuchs und Pflanzenresten bietet genug Futter.
- Dichte: Bei sehr vielen Kaulquappen auf engem Raum wachsen die Tiere langsamer.
- Fressfeinde: Libellenlarven, Gelbrandkäfer, Molche und Vögel halten den Bestand natürlich klein.
Was fressen Kaulquappen?
Junge Kaulquappen raspeln vor allem Algenbeläge von Steinen, Pflanzen und der Teichwand. Dazu kommen abgestorbene Pflanzenteile und Kleinstlebewesen. Ältere Kaulquappen fressen zunehmend auch tierische Kost, etwa tote Insekten.
Zufüttern ist in einem naturnahen Teich nicht nötig. Futterreste sinken zu Boden, zersetzen sich und belasten das Wasser mit Nährstoffen. Die Folge sind Algenblüten und im schlimmsten Fall Sauerstoffmangel, der dann wirklich gefährlich wird.
Praxis-Tipp: Lass einen Teil des Algenbewuchses an Steinen und der Teichwand stehen. Was für dich nach ungepflegtem Teich aussieht, ist für Kaulquappen die Hauptmahlzeit.
Was braucht ein Teich, damit Kaulquappen gut aufwachsen?
Flache und tiefe Zonen
Kaulquappen halten sich gern in sonnigem, flachem Wasser auf, wo es wärmer ist. Tiefere Bereiche dienen als Rückzugsort bei Hitze und Gefahr. Ein Teich mit beiden Zonen ist ideal. Fertigteiche mit vorgeformten Stufen bieten das bereits, siehe Fertigteich-Vergleich.
Pflanzen als Versteck
Unterwasserpflanzen liefern Sauerstoff und Verstecke vor Fressfeinden. Uferpflanzen beschatten Teile des Wassers und verhindern, dass sich der Teich im Hochsommer zu stark aufheizt.
Ein flaches Ufer zum Ausstieg
Jungfrösche und -kröten müssen den Teich verlassen können. Steile, glatte Ränder werden zur Falle. Ein flaches Ufer, Steine oder ein bewachsenes Brett als Rampe genügen.
Keine Chemie
Algizide, Wasseraufbereiter aus dem Poolbedarf, Dünger aus dem angrenzenden Beet und Schneckenkorn in Ufernähe haben im Teich nichts verloren. Amphibien atmen teils über die Haut und reagieren empfindlich.
Wie pflegst du den Teich, solange Kaulquappen darin sind?
- Nicht entschlammen. Großputz und Schlammsauger verschiebst du auf den Herbst, wenn die Jungtiere den Teich verlassen haben.
- Pumpen sichern. Pumpe in einen Filterkorb setzen oder mit Schaumstoff-Vorfilter versehen, damit sie keine Kaulquappen ansaugt. Das gilt auch für Bachläufe, siehe Bachlaufschalen-Vergleich.
- Fadenalgen behutsam abfischen. Abgefischte Algen eine Weile am Ufer liegen lassen, damit sich darin verfangene Tiere zurück ins Wasser retten können.
- Wasser nachfüllen. Bei Hitze sinkt der Pegel. Flachzonen dürfen nicht trockenfallen. Am besten mit Regenwasser auffüllen.
- Beobachten statt eingreifen. Natürliche Verluste gehören dazu.
Darf ich Kaulquappen umsiedeln oder entfernen?
Alle in Deutschland heimischen Amphibienarten sind besonders geschützt, manche sogar streng. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Laich, Kaulquappen oder erwachsene Tiere der Natur zu entnehmen, etwa um sie im eigenen Teich anzusiedeln. Auch wer Tiere aus seinem Gartenteich beseitigen möchte, bewegt sich auf heiklem Terrain.
Fühlst du dich durch quakende Frösche gestört oder planst du, den Teich zuzuschütten, kläre das vorher mit der unteren Naturschutzbehörde deines Landkreises. Dort bekommst du auch Rat, wenn Tiere aus einer Notlage gerettet werden müssen.
Was tun bei sehr vielen Kaulquappen?
Nichts. Ein dunkler Schwarm aus Tausenden Krötenkaulquappen sieht beeindruckend aus, schrumpft aber in den folgenden Wochen deutlich. Nur ein kleiner Teil erreicht das Landstadium. Zufüttern oder Umsetzen verschlechtert eher die Lage. Wichtig ist nur, dass genug Sauerstoff im Wasser ist: Bei Hitze hilft eine kleine Pumpe mit Wasserspiel oder ein Sprudelstein, solange der Ansaugbereich gesichert ist.
Kaulquappen, Mückenlarven und der Pool
Kaulquappen sind nicht mit Mückenlarven zu verwechseln: Mückenlarven sind winzig, hängen kopfüber an der Wasseroberfläche und zucken bei Bewegung weg. In einem Teich mit Kaulquappen, Libellenlarven und anderen Tieren haben Mückenlarven es schwer. Im Pool sieht das anders aus, Tipps dazu stehen unter Mückenlarven im Pool.
Stehen Pool und Teich nah beieinander, verirren sich Frösche gern ins Poolbecken oder laichen im Regenwasser auf der Abdeckung. Wie du das verhinderst, erklärt der Ratgeber Frosch im Pool. Und wer überlegt, statt eines Pools gleich ein naturnahes Badegewässer anzulegen, findet die Unterschiede unter Pool oder Schwimmteich.